Kraftfutterkosten

Kraftfutter am AMS einsparen

Zur Fütterung einer Teil-TMR gehört eine tierindividuelle Kraftfutterzuteilung, wie z. B. am AMS. Tipps, wo und wie hier Kosten gespart werden können

Thomas Mitzscherlich

Beim Einsatz von Transponderstationen und automatischen Melksystemen, wo nur ein Anteil des Kraftfutters über die TMR gefüttert wird (Teil-TMR), wird der separaten Kraftfuttergabe oft eine große Bedeutung zugeschrieben. Tatsächlich unterscheiden sich die Anforderungen an die Fütterung zwischen Teil- und Voll-TMR aber kaum. Werden Ration und Kraftfutterzuteilung aus Kostengründen angepasst, ist das Risiko für negative Auswirkungen deshalb gleich hoch – egal, ob eine Voll- oder Teil-TMR gefüttert wird.
Es gibt jedoch wichtige Grundvoraussetzungen, die eine Teil-TMR sowie das Kraftfutter (KF) „on top“ erfüllen müssen, bevor Anpassungen und Kosteneinsparungen erfolgen, um Milchleistung, Tiergesundheit und Laufverhalten sicherzustellen.

Maximale KF-Mengen in die TMR 

Die wichtigsten Grundsätze für Teil-TMR-Systeme: So viel Kraftfutter wie möglich über die TMR füttern und eine Ration über die gesamte Laktation beibehalten! Diese Devise spricht sowohl für die Pansengesundheit, da pH-Wert-Schwankungen gering gehalten werden, als auch für den Kostenfaktor, da eine vollwertige TMR die beste Futterverwertung verspricht, die TMR-Verdrängung durch die zusätzliche Kraftfuttergabe gering gehalten wird und eine gute Persistenz erreicht werden kann.
  • Ein Energiegehalt von 6,9 MJ NEL und ein Proteingehalt von 15 bis 15,5 % gelten als Anhaltspunkte für die Teil-TMR. Entscheidend ist aber vor allem, dass die Komponenten zusammenpassen (Rohfaser, Stärke, Zucker etc.).
  • Werden insgesamt ca. 11 kg KF pro Kuh und Tag kalkuliert, gehören davon ca. 9 bis 9,5 kg in die Teil-TMR. Je nach Grundfutter lassen sich die gewünschten Energie- und Proteinwerte auch mit nur 8 kg KF erreichen.
  • Bei einer separaten Färsengruppe sollte das Protein angepasst (Wachstum) und ca. 8,5 kg KF kalkuliert werden (10 % geringere Futteraufnahme als Kühe).
  • Für das Kraftfutter am AMS bzw. Transponder verbleiben 1,5 bis 2,5 kg Kraftfutter pro Kuh und Tag (ca. 0,5 kg Kraftfutter pro Besuch).
  • Frischmelker nicht überfordern! Zu Beginn der Laktation maximal 1,5 kg pro Tag vorlegen, da Frischmelker weniger Futter aufnehmen (ca. 83 % der kalkulierten TMR) und öfter melken. Die maximale KF-Menge am AMS daher frühestens ab dem 30. Laktationstag zuteilen.
Wichtige Kriterien für das Kraftfutter „on top“: Komponenten, die keine starken pH-Wert-Absenkungen im...


Mehr zu dem Thema