Aufzucht

Jungrinder an Liegeboxen gewöhnen – so gelingt´s!

Werden Jungrinder vom Tiefstreustall auf Liegeboxen umgestallt, ist das richtige Ablegen oft ein Problem. Tipps, wie sie sich schnell und stressfrei gewöhnen.

Viele Kälber und Jungrinder werden zunächst auf Tiefstreu gehalten. Eine zeitige Umstellung auf Liegeboxen ist aber sinnvoll, da Liegeboxenlaufställe bieten in der Regel mehr Komfort als Vollspaltenställe und weniger Arbeit sowie mehr Hygiene als Tiefstreuställe. Ein großer Vorteil besteht zudem darin, dass die Tiere frühzeitig bzw. mindestens vor der Kalbung die Nutzung von Liegeboxen kennenlernen. Auch das Gewöhnen an eine große Gruppe sowie an eine gewisse Konkurrenz um Wasser, Futter und Liegeplätzen, ist wichtig. 
Aber: Die Umstallung in einen Liegeboxenlaufstall erfolgt nicht immer stressfrei. Je nach Alter, Tiergruppe, Stallplatz oder Liegeboxengestaltung dauert es eine gewisse Zeit, bis die Jungrinder verstanden haben, wie sie sich korrekt ablegen. Größere Probleme oder schlechte Angewohnheiten machen sich oft nach der Abkalbung noch bemerkbar, zum Beispiel in dauerhaften „Spaltenliegern“. Das kann negative Folgen für die Beinqualität, die Eutergesundheit, die Sauberkeit und das allgemeine Wohlbefinden der Tiere haben.
Deshalb ist es von großem Vorteil, wenn sich Jungrinder möglichst schnell und stressfrei daran gewöhnen, Liegeboxen korrekt zu nutzen. Wie gelingt das? 

Liegeboxen-Gestaltung für Jungrinder 

Im Idealfall sollten Kälber frühestens ab einem Gewicht von 180 kg auf Liegeboxen gestallt werden. Damit die Liegeboxen für die jeweiligen Tiergruppen passen und entsprechend von den Tieren genutzt werden, müssen sie in der Länge und in der Breite „mitwachsen“. Zu große Liegeboxen erlauben es den Jungrindern, schräg in der Box zu liegen oder sich in der Box zu drehen. Zu kleine Boxen werden gemieden. Die Liegeboxen-Maße während der Aufzucht reichen von 1,60 x 0,80 m ab einem Alter von sechs Monaten bis zu 2,30 x 1,50 m für Rinder im Alter zwischen 15 und 24 Monaten.
Vor allem, wenn beispielsweise alte Kuhställe umgenutzt oder die Gruppierung der Aufzuchttiere verändert werden, gilt es, die Maße zu kontrollieren und ggf. anzupassen. Für einen guten Liegekomfort sind Tiefboxen oder Hochboxen mit weichen Belägen notwendig. Wichtig ist vor allem eine trockene und für junge Tiere eine warme Liegefläche. 

Für einen guten Liegekomfort sind Tiefboxen oder Hochboxen mit weichen Belägen notwendig. Wichtig ist vor allem eine trockene und für junge Tiere eine warme Liegefläche.  (Bildquelle: Hilbk-Kortenbruck)

Versuch: Vorbild oder Kratzbürste für schnelleres Lernen? 

Forscher der University of British Columbia und der University of Wisconsin haben zwei Strategien getestet, die die Gewöhnung an Liegeboxen erleichtern sollen: 
  1. Älteres Tier als Vorbild: Eine Gruppe von Jungrindern wurde gemeinsam mit einer älteren „Pilot“-Färse eingestallt, die die Nutzung von Liegeboxen bereits kannte. 
  2. Anbringung von Kratzbürsten als Lockmittel: Bei einer Gruppe wurden Kratzbürsten in bzw. in direkter Nähe der Liegeboxen angebracht, um die Tiere anzulocken. 
Beide Versuche (mit jeweiliger Kontrollgruppe) wurden mit Jungrindern im Alter zwischen vier und fünf Monaten durchgeführt, die neu in einen Liegeboxenlaufstall (Sand als Einstreu) umgestallt wurden. Die Jungrinder wurden alle fünf Minuten auf ihr Liegeverhalten zwei Tage vor dem...


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