Grasernte

Grassilage: Gärqualität beurteilen

Nur wenn Futterwert und Gärqualität der Silagen passen, können hohe Leistungen ermolken werden. Wie lässt sich die Qualität beurteilen und verbessern? 

Hohe Leistungen erfordern hohe Futteraufnahmen, sodass die Kühe genügend Energie und Protein aufnehmen können. Damit die Futteraufnahme passt, reicht es aber nicht aus nur genügend hoch verdauliches Futter rund um die Uhr anzubieten. Die Ration muss daneben auch schmackhaft sein. Doch woran kann es liegen, wenn die Kühe nicht „mit Appetit“ fressen? 
Eine Einflussgröße ist die Gärqualität (zeigt an wie gut der Silierprozess abgelaufen ist) der Silagen. Denn Fehlgärungen schlagen sich in schlechten Futteraufnahmen nieder. Zudem erzeugen sie Verluste z.B. an Energie oder der Proteinqualität. Deshalb kann es für den anstehenden Grasschnitt von Vorteil sein, sich das Gärsäuremuster der letzten Grasschnitte anzuschauen, mögliche Fehler aufzudecken und Gegenmaßnahmen wie z.B. eine Optimierung der Silierkette einzuleiten. 

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von Silvia Lehnert

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Sensorische Beurteilung der Silage

Wie lässt sich erkennen, ob die Gärqualität passt? Und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die kommende Ernte ziehen? Ein erster Eindruck, der aber nicht die Analyse der Futtermittel ersetzen kann, bietet die sensorische Prüfung der Silagen. Für diese Prüfung sollte die Außentemperatur im Plusbereich liegen, damit Gerüche besser wahrgenommen werden können.
Wenn die Futterprobe zwischen den Fingern zerrieben wird, erleichtert das das Auffinden auch geringer Buttersäuregehalte (ranzig, Schweißgeruch). Ist der Geruch stechend und stark sauer deutet dies auf Essigsäure hin, ein alkohol- bzw. mostartiger Geruch wiederum kann auf die Aktivität von Hefepilzen hinweisen. Hefepilze können sich bereits zum Start des Silierprozesses vermehren und die Haltbarkeit der Silage nach dem Anschnitt massiv verschlechtern!

Schimmelnester deuten auf einen Lufteintritt hin. (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Aber nicht nur eine Geruchskontrolle, auch eine visuelle Beurteilung der Silage ist notwendig. So deuten Schimmelpilze daraufhin, dass es zu einem Lufteinschluss bzw. -eintritt gekommen ist. Der Grund dafür kann entweder eine mangelnde Verdichtung oder undichte Abdeckungen bzw. ein zu geringer Vorschub sein. Hier besteht die Gefahr der Toxinbildung, weshalb diese Stellen verworfen werden müssen (großzügig!).

Gärsäuremuster richtig lesen und daraus lernen

Neben der sensorischen Beurteilung kann die Gärqualität auch über den TM-Gehalt in Kombination mit dem pH-Wert der Silage beurteilt werden (Weitere Infos...


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