Schweiz

Ab 2024 wird nur noch „grüne“ Milch abgeholt 

Mit ihrem Branchenstandard „Swissmilk green“ will die Schweizer Milchbranche ihre Vorreiterrolle in Sachen Tierwohl weiter ausbauen. Die Milchbauern werden mit einem Zuschlag von 3,1 ct/kg gelockt.  

Fast flächendeckend nachhaltige Milch: Nur zwei Jahre nach der Einführung erfüllen fast 90 % der Schweizer Milchkuhhalter den Branchenstandard für nachhaltig produzierte Milch „Swissmilk Green“. Bis Ende 2023 sollen 100 % erreicht sein. „Danach werden die Molkereien keine andere Milch mehr abholen“, erklärt Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten SMP.

Reto Burkhardt

Pressesprecher

Schweizer Milchproduzenten

Und auch bei Käsereimilch, die rund 46 % der nationalen Milchmenge ausmacht, werde der Druck bis Ende 2023 in diese Richtung steigen. „Denn auch die Käsereien werden ihren Rahm und die Überschussmilch nur noch mit dem Standard verkaufen können“, sagt ein Branchenkenner.

Der LEH kann zur Auslobung der Produkte dieses Logo verwenden. Eine Verpflichtung dazu gibt es aber nicht.  (Bildquelle: SMP)

Vorteile im Heimatmarkt

Mit dem 2019 eingeführten Standard will die Schweizer Branchenorganisation Milch (BOM) – zu der neben Milchproduzenten und Molkereien auch der LEH gehört – einerseits den Anforderungen der Gesellschaft und dem Druck der nationalen Regierung gerecht werden und auf der anderen Seite Wettbewerbsvorteile für die heimischen Produkte gegenüber Importen und im Export erzielen.
Ziel der Branche ist natürlich, dass der Mehrwert dieser Produkte dem Verbraucher auch kommuniziert wird. Es handele sich aber nicht um ein Label, betont Burkhardt. Der LEH entscheide daher selbst darüber, ob er seinen Kunden den Standard z.B. mittels der Marke „swissmilkgreen“ kommuniziere. Eine staatliche Tierwohlkennzeichnung auf Milchprodukten gibt es bisher nicht. 

Zuschlag: 3,1 ct/kg

Für die Erfüllung von zehn Grundanforderungen sowie zwei von acht frei wählbaren Zusatzanforderungen erhalten die Betriebe aktuell einen innerhalb der BOM vereinbarten Zuschlag von 3 Rappen/kg Milch auf den konventionellen Milchpreis im A-Segment. Das sind umgerechnet ca. 3,1 ct/kg. 
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