Aktueller Markt

Milchwoche: kein Anstieg der Milchmengen erwartet

Milchmenge stagniert ++ niedrigere Inhaltsstoffe in der Milch ++ Preise für Magermilchpulver eingebrochen ++ Milchleistungsfutterpreise 50 % über dem Vorjahr   ++

Die Spotmilchpreise liegen derzeit bei um die 60 Cent/kg. Andere Milchpreisindikatoren, wie der Börsenmilchwert oder der Kieler Rohstoffwert, liegen oberhalb der 60 Cent auf Rekordniveaus. Die deutliche Differenz zum derzeit ausgezahlten Milcherzeugerpreis sorgt für Diskussion. 

Sind Milchpreise von 60 Cent realistisch?

„Würden Molkereien die einfachste Verwertung der Rohmilch in Butter und Magermilch wählen können, würde ein Milchpreis von um die 60 Cent/kg erzielbar sein, sofern keine hinderlichen Kontrakte vorliegen“, erklärt Roland Sossna, Redakteur bei moproweb, in einem aktuellen Marktkommentar. Diese Verwertungsform könne bei einem Einbruch am Markt aber auch nachteilig sein. Das haben vergangene Jahre gezeigt. Die Marktlage ist volatil, durch sich schnell ändernde Einflussfaktoren. 
Die Indikatoren zeichnen die Entwicklung am Milchmarkt ab und geben eine Tendenz an. Das bedeutet, dass sich die Milcherzeuger bei steigenden Indikatoren auf steigende Milchpreise in den kommenden Monaten einstellen können. Nicht aber, dass die Milchpreise ein ähnlich hohes Niveau erreichen. Die Prognose sind Milchpreise die zeitnah die 50-Cent-Marke knacken werden. 

Milchmenge stagniert

Die Milcherzeuger haben in der 14. Kalenderwoche ebenso viel Milch an die Molkereien geliefert wie in der Woche zuvor. Üblicherweise steigt das Milchaufkommen im Frühjahr saisonal an. Dieses Jahr wurde der Anstieg Anfang April gebrochen. Die Milchanlieferungen liegen um 2,3 % unterhalb des Vorjahresniveaus.
Zum Vergleich: In Frankreich liegt das Milchaufkommen derzeit sogar 3,3 % unterhalb der Mengen der Vorjahreswoche. Für ganz Europa wird 2022 mit keinem Anstieg der Milchmengen gerechnet.


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