Aktueller Milchmarkt (KW3)

Die Milchwoche: Milchpreise über 50 Cent?

Milchanlieferungen deutlich unter dem Vorjahr++ GDT: Durchschnittspreis um 4,6 % gestiegen ++ Spotmilchpreise unverändert hoch ++ Pulverpreise steigen weiter

„Ganz sicher werden die Landwirte in der EU in diesem Jahr einen Milchpreis mit der „5“ vorne sehen“. Ein reißerischer Titel und doch stand es so im dieswöchigem Marktkommentar von Trigona Dairy Trade. Grundlage für die Annahme bildet die Rohstoffknappheit am Markt. In England wird trotz der aktuell hohen Milchpreise keine Zunahme der Milchmenge erwartet. Ursache sind insbesondere hohe Inputkosten, Arbeitskräftemangel und zunehmende Produktionsanforderungen. „Da zumindest für die erste Hälfte dieses Jahres keine Entspannung der Kosteninflation in Sicht ist, besteht für Landwirte wenig Anreiz höhere Milcherträge anzustreben“, beschreibt das Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) die aktuelle Situation. 
Ganz sicher werden die Landwirte in der EU in diesem Jahr einen Milchpreis mit der „5“ vorne sehen 
Trigona Dairy Trade, Marktkommentar vom 20.01.2022
Die Milchpreisindikatoren wie der ife Rohstoffwert Milch, der Börsenmilchwert oder die Spotmilchpreise knackten die 50-Cent Marke bereits Ende 2021. „Auch wenn viele Indizes die Rohstoffpreise oberhalb von 50 Cent sehen, so sind jedoch leider noch keine Milchpreise über 50 Ct/kg Standardmilch abzuleiten“, erklärte der Milchmarktexperte Prof. Holger Thiele (ife Institut für Ernährungswirtschaft in Kiel) im Interview. Er prognostizierte auf Basis der derzeitigen Marktentwicklung jedoch eine weitere Steigerung des Durchschnittspreises in einer Größenordnung von +10 % im Vergleich zu 2021. 
Wie sich die Milchpreise konkret weiter entwickeln bleibt abzuwarten. Derzeit zeigt sich, dass versandlastige Molkereien mit der Herstellung von Standardprodukten wie Pulver und Butter bei den Preisen die Nase...


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