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Fütterung: Jedes Detail zählt!

Die Fleckvieh-Kühe von Raimund Hierl steigern seit Jahren ihre Leistung auf nun 10.700 kg. Eines seiner Erfolgsrezepte: Eine ausgefeilte Fütterung. Mit Video!

Ein gleichmäßiges Brummen ist im Stall zu hören. Zwei Kühe liegen in der Abkalbebucht, atmen im Gleichtakt und kauen wieder. Trotz einer Außentemperatur von fast 30 °C scheint die Hitze den beiden hochtragenden Kühen kaum etwas anhaben zu können. Denn Familie Hierl hat vor zwei Jahren in Ventilatoren investiert. „Uns war es wichtig, dass nicht nur die Kühe gekühlt werden, die Milch geben. Auch tragende Kühe vertragen keine Hitze und fressen dann zu wenig”, sagt Raimund Hierl. Lange haben Hierls nach Ventilatoren gesucht. „Anbieter von Ventilatoren gibt es viele, aber es war schwer jemanden zu finden, der sich mit der richtigen Positionierung auskennt.”

Die Ventilatoren sind ein Beispiel dafür, wie akribisch Familie Hierl Schritt für Schritt das Management ihrer Herde verbessert. Und diese Detailschritte zeigen eine deutliche Wirkung. Denn die Leistung der 72 Fleckviehkühe ist in den letzten Jahren um mehr als 1.500 kg auf inzwischen 10.700 kg angestiegen. „Natürlich haben wir einen großen Schritt mit dem Einzug in den neuen Stall im Jahr 2015 gemacht.” Der Grund für die gesunde und leistungsstarke Herde liegt aber vor allem im ausgefeilten Fütterungsmanagement.
Die Milchleistung wird im Pansen gemacht
Raimund Hierl

Regelmäßige Grünlandpflege

Das führt dazu, dass 5.600 kg Milch aus dem Grundfutter ermolken werden. Der Grundstein, davon ist Familie Hierl überzeugt, wird auf dem Grünland gelegt. Daher wird mit dem Grünland-Striegel im Frühjahr und bei Bedarf zwischen den Schnitten nachgesät. Da Hierls sowohl frische als auch trockene Standorte bewirtschaften, nutzen sie zwei an die jeweiligen Standorte angepasste Sortenmischungen.

Saubere, trockene Klauen. Neben der Klauenpflege ein Grund, weshalb Hierls kein Mortellaro-Problem haben. (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Höchste Ansprüche an Qualität

Neben der intensiven Grünlandpflege kümmern sich Hierls fast ausschließlich selbst um die Gras- und Maisernte. Nur die Häcksler werden vom Lohnunternehmer gestellt. „Ist der Bestand und das Wetter passend, wollen wir ernten. Deshalb teilen wir uns Mähwerk, Wender und Schwader mit einem Berufskollegen”, erklärt Raimund Hierl. Außerdem fahren sie selbst fest, damit gut verdichtet wird und beim Häckseln nachjustiert werden kann, wenn die Häcksellänge nicht passt.
Raimund Hierl steht auf dem Futtertisch und atmet tief durch die Nase ein. „Wenn etwas mit dem Futter nicht stimmt, riecht meine Frau das sofort”, sagt der Betriebsleiter und lacht. Eine hohe Futterqualität sei das A und O. Um das sicherzustellen wird nur...


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