#milchmacher

Biete hornlose Deckbullen

Familie Hermanns verkauft ihre genetisch hornlosen Fleckviehbullen bundesweit. Manchmal springt dabei auch ein Besamungsbulle heraus. 

Die Fleckviehbullen vom Schönfelderhof im bayerischen Reistingen sind bundesweit im Deckeinsatz. „Wir verkaufen unsere Deckbullen nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder auch schon mal in die Niederlande“, sagt Bastian Hermanns. Er ist passionierter Züchter und führt den Fleckviehbetrieb gemeinsam mit seinem Bruder Johannes als GbR.

Der Kälberstall mit der weiblichen Nachzucht und den Jungbullen im Vordergrund.  (Bildquelle: Lehnert, Silvia)

Insgesamt 700 Tiere stehen derzeit auf seinem Hof. Denn von seinen 260 Milchkühen zieht er nicht nur die komplette weibliche Nachzucht auf, sondern auch die Bullenkälber bleiben bis ca. 200 kg auf dem Hof. „Bis dahin liegen für die Selektion als Zuchtbulle die Typisierungsergebnisse und auch mehr Zuchtwerte des Vatertieres vor.“ 50 bis 70 Bullen im Jahr verkauft Hermanns im Alter von 12 bis 14 Monaten mit rund 600 kg als Deckbullen, etwa zwei Drittel davon sind genetisch hornlos. „Unser Ziel ist natürlich in erster Linie, dass ein Besamungsbulle dabei ist.“

Ansprüche an Besamungsbullen steigen

2021 konnte er zwei vielversprechende Vererber an bayerische Besamungsstationen verkaufen, im Jahr davor waren es sogar vier. „Die Ansprüche der Stationen steigen, sodass dieses Geschäft immer unkalkulierbarer wird.“ Besamungsbullen wie Hermanns, Vision 1 und Video PS stammen vom Schönfelderhof. „Gehörnte Tiere müssen in der Regel höhere Zuchtwerte als genetisch hornlose mitbringen“, sagt der junge Familienvater. Gemeinsam mit seiner Frau Sonja besamt er alle weiblichen Tiere. Die Bullen gewinnt er zum Teil über Embryotransfer, um die Chancen auf einen Besamungsbullen zu erhöhen.  
Die Herausforderung ist, an den Kunden zu kommen.“
Bastian Hermanns
Die Bullen, die sich nicht für die Zucht eignen, verkauft der Betrieb als Fresser an einen Mäster in der Nähe. Das sind etwa 100 Tiere im Jahr. Über Auktionen und ab Hof verlassen jährlich 60 bis 80 Jungkühe den Stall. 

Die verkaufsfertigen Deckbullen mit 12 bis 14 Monaten und ca. 600 kg Lebendgewicht.  (Bildquelle: Lehnert, Silvia )

Hermanns kann seine Deckbullen vor allem dank der Kooperation mit dem Zuchtverband Wertingen weit über die Region hinaus verkaufen: „Die größte Herausforderung bei diesem Geschäft ist – anders als beim Jungkuhverkauf – den Endkunden zu erreichen. Hier profitiere ich von den Kontakten des Verbandes. Wir tauschen uns intensiv aus, er schickt mir Anfragen und organisiert den Transport.“ Auf Aktionen und im Internet bietet er selbst ebenfalls verkaufsfertige Bullen an. 

Reinerbig Hornlose gesucht

Je nach Qualität des Deckbullen bewegen sich die Verkaufspreise zwischen 1.700 und 3.000 €. „Sie haben heute ein deutlich höheres Qualitäts- und damit auch ein besseres Preisniveau als früher“, sagt der Betriebsleiter. Gefragt sind vor allem reinerbig hornlose Deckbullen: „Hier ist das Angebot bisher begrenzt.“ Seine Kunden sind sowohl große Milchviehhalter, die den Bullen als Ausputzer oder fürs Jungvieh wollen, als auch kleine Nebenerwerbsbetriebe. Viele davon sind Stammkunden. „Ihr Fokus liegt neben der Hornlosigkeit auf exterieurstarken Bullen, die einen leichten Kalbeverlauf, einen guten Gesamtzuchtwert Milch sowie Vorteile in Euter und Fundament mitbringen.“

Neben dem bisherigen Kälberstall entsteht gerade ein zweiter für die weibliche Nachzucht und Jungbullen.  (Bildquelle: Lehnert, Silvia )

„Das Zuchtviehgeschäft bauen wir weiter aus“, sagt Bastian Hermanns zielstrebig. Gerade entsteht ein zweiter Stall für Bullen und weibliche Nachzucht. 

Die Aktion #milchmacher

Fehlende Flächen, kein Hofnachfolger, wenig Niederschlag, Arbeitskräftemangel … Die Probleme, mit denen sich Milch­erzeuger auseinandersetzen müssen, sind vielfältig. Wir stellen Milcherzeuger vor, die die alltäglichen Heraus­forderungen angehen.  Alle bisherigen Milchmacher finden Sie hier.

#milchmacher (Bildquelle: Elite Magazin)

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