Automatisch Melken

AMS: So laufen die Kühe!

Ziel ist eine hohe Milchmenge pro Melkbox. Wir zeigen, wie Sie die Kühe ans Laufen bekommen.

Es ist extrem arbeitsintensiv und aufwendig: Kühe, die geholt werden müssen, halten am Roboter den ganzen Verkehr auf und sind unerwünscht. Sie sind jedoch oft ein Symptom dafür, dass das Laufverhalten der Kühe nicht passt. Die Kühe müssen jedoch freiwillig laufen, damit sich hohe Auslastungen am Melkroboter erzielen lassen. Doch wie kann man das, möglichst über das ganze Jahr verteilt, erreichen? Wie findet man die richtigen Stellschrauben?

Jan-Hendrik Puckhaber

Berater und Milcherzeuger

Zu erreichende Zielwerte

Folgende Zielwerte sollte man für eine optimale Auslastung erreichen:
  • Pro AMS sollte die verkaufte (!) Milchmenge im Jahresmittel bei mehr als 1.900 kg liegen.
  • Pro Melkroboter (laut Software) sollte eine Milchmenge von über 2.000 kg erreicht werden. Melkt man Spezialkühe im Melkstand oder separaten Roboter, lassen sich pro Melkbox durchaus auch 2.200 bis 2.400 kg erreichen.
  •  Die Auslastung am AMS sollte mit optimaler – nicht maximaler - Kuhzahl erfolgen. Deshalb ist eine möglichst hohe Leistung pro Kuh und Tag anzustreben. Je höher die Leistung des Einzeltieres ist, desto weniger Kühe müssen pro Melkbox versorgt werden.
  • Die Melkfrequenz sollte zwischen 2,8 und 3,0 liegen. Eine höhere Melkfrequenz bringt keinen Vorteil. Bei einer niedrigeren Frequenz läuft man Gefahr, den Vorteil des häufigeren Melkens nicht zu nutzen.
  • Wichtig ist auch die Milchmenge, die je Melkung erzielt wird. Sie sollte zwischen 10 und 14 kg liegen. Mehr Melkungen mit einer geringeren Menge treiben die gesamte Melkzeit, aber auch die variablen Kosten nach oben.
  • Auch eine hohe Färsenleistung ist ausschlaggebend für eine gute Auslastung.
  • Die freie Zeit am Roboter sollte jedoch jederzeit über 10 % liegen, damit z. B. kleinere Störungen den Melkablauf nicht nachhaltig beeinflussen

Drei Tage, fünf Top-Referenten: Wir veranstalten einmal pro Jahr ein Intensiv-Seminar für alle, die noch erfolgreicher am AMS melken wollen.

Kalbungen ganzjährig verteilen

Ein Schlüssel für eine kontinuierliche Auslastung ist zuallererst, dass die Kalbungen im Jahresverlauf gleichmäßig verteilt sind. Diese führen zu einer konstanten Kuhzahl. Der optimale durchschnittliche Laktationsstand der Herde liegt zwischen dem 160. und 180. Laktationstag. Deshalb ist ein konsequentes Besamungsmanagement besonders in AMS-Herden unumgänglich.

Um das AMS optimal auszulasten ist es wichtig, dass die Kühe rund ums Jahr abkalben. (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Zu hohe Melktage können zu einem großen Auseinanderdriften der Milchmenge der einzelnen Kühe führen. Je inhomogener die Leistung innerhalb der Herde ist, desto schwieriger wird jedoch der Spagat zwischen Futtertisch-Ration, Besuchsverhalten am...


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