Alternative Therapien als Ergänzung

Der Einsatz von Antibiotika in der Behandlung von Nutztieren wird zunehmen reglementiert. Reduzieren lässt er sich nicht nur vorbeugend durch optimale Haltung und Fütterung, sondern auch durch den Einsatz alternativer Therapien.

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Vor dem Einsatz muss neben der fachlichen Praxis die rechtliche Situation abgeklärt werden, denn nicht alle Präparate sind für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen. Unverzichtbar ist es zudem, kritisch zu hinterfragen, wer alternative Therapien anbietet. Für Tierheilpraktiker (THP) gibt es nach wie vor keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Sprich: Es gibt eine Menge THP, die sich so nennen, obwohl sie nicht über ausreichend Fachwissen und Praxiserfahrung verfügen. Hören Sie sich bei Interesse an alternativen Methoden unter Berufskollegen und Tierärzten um, und gehen Sie nach Empfehlungen. Fragen Sie nach Ausbildung und Qualifizierung von Tierheilpraktiker, aber auch von Tierärzten, wenn sie diese anbieten. Als Nr. 1-Adresse gilt in Deutschland die Akademie für Tiernaturheilkunde ATM GmbH in Bad Bramstedt. Achten Sie auch darauf, ob Tierheil-Praxen zertifiziert sind. Dasselbe gilt für angebotene Fortbildungen für Landwirte. Hier sollten Angebote der landwirtschaftlichen Einrichtungen (Landwirtschaftskammern, Landesanstalten, die mit Experten zusammen arbeiten) oder Angebote von zertifizierten und nachweislich erfolgreich praktizierenden Tierheilpraktikern gewählt werden.
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Vor dem Einsatz muss neben der fachlichen Praxis die rechtliche Situation abgeklärt werden, denn nicht alle Präparate sind für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen. Unverzichtbar ist es zudem, kritisch zu hinterfragen, wer alternative Therapien anbietet. Für Tierheilpraktiker (THP) gibt es nach wie vor keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Sprich: Es gibt eine Menge THP, die sich so nennen, obwohl sie nicht über ausreichend Fachwissen und Praxiserfahrung verfügen. Hören Sie sich bei Interesse an alternativen Methoden unter Berufskollegen und Tierärzten um, und gehen Sie nach Empfehlungen. Fragen Sie nach Ausbildung und Qualifizierung von Tierheilpraktiker, aber auch von Tierärzten, wenn sie diese anbieten. Als Nr. 1-Adresse gilt in Deutschland die Akademie für Tiernaturheilkunde ATM GmbH in Bad Bramstedt. Achten Sie auch darauf, ob Tierheil-Praxen zertifiziert sind. Dasselbe gilt für angebotene Fortbildungen für Landwirte. Hier sollten Angebote der landwirtschaftlichen Einrichtungen (Landwirtschaftskammern, Landesanstalten, die mit Experten zusammen arbeiten) oder Angebote von zertifizierten und nachweislich erfolgreich praktizierenden Tierheilpraktikern gewählt werden.

Homöopathie

Die Homöopathie hat als alternative Heilmethode eine große Bedeutung. Sie wird oft ergänzend zu konventionellen Therapien eingesetzt. Homöopathika bekämpfen jedoch nicht den einzelnen Erreger, sondern sollen Lebewesen ganzheitlich in ihrer Körperabwehr unterstützen. Sie sollen die Selbstheilungskräfte des Organismus aktivieren. Anwendungen können zudem einen vorbeugenden Charakter haben; etwa zur Einstellung auf die Kalbung oder zur Umstallung von Kälber oder vor Transportstress.
Homöopathika werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Stoffen hergestellt. Diese Stoffe werden nach dem Potenzieren, auf alkoholischer Basis oder als Verreibung, meistens auf Milchzuckerkügelchen aufgesprüht und als sogenannte Globulis verabreicht. Aus der Ursubstanz bzw. Urtinktur einer Substanz entstehen über den Vorgang der Verschüttelung die Verdünnungsstufen 1:100 (C-Potenzen) bzw. 1:10 (D-Potenzen). Dabei geht man davon aus, dass je geringer die Dosis (Hochpotenzen), desto größer die Wirkung ist. Die Wirkung ist jedoch nicht lückenlos wissenschaftlich nachgewiesen.
Mit Homöopathika werden, wie bei der Akupunktur, vor allem Einzeltiere behandelt (Globuli über das Maul oder die Scheide). Die Behandlung einer Tiergruppe ist ebenfalls möglich (in Wasser gelöste Mittel zum Aufsprühen auf Nasenschleimhaut oder über Trinkwasser). Die Homöopathie eignet sich deshalb auch für größere Bestände.
Das Erlernen der Homöopathie ist relativ einfach. Bereits mit Grundkenntnissen lassen sich erste Erfolge erzielen. Für erfahrene Milcherzeuger bietet sich der Einsatz von Konstitutionsmitteln an. Diese sollen Kräfte im Körper aktivieren, die langfristig vor Erkrankungen schützen sollen.
Homöopathika müssen für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen sein (Umwidmung ist möglich) und immer ins Bestandsbuch eingetragen werden.
Entsprechende Grundkurse für den Einstieg in die Homöopathie sowie Aufbauseminare werden etwa regelmäßig von der Landwirtschaftskammer NRW angeboten, siehe hier.

Phytotherapie

Bei der Phytotherapie setzt man Heilpflanzen (ganze Pflanzen oder Pflanzenteile) als Arzneimittel ein. Diese werden auf Milchkuhbetrieben häufig als Futterzusatzstoffe eingesetzt. Sie können frisch, als Aufguss oder getrocknet sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Dabei stärken sie die Abwehrkräfte und können nicht nur als Therapie sondern ebenfalls zur Prophylaxe eingesetzt werden. Sie eignen sich für leichte bis mittelschwere sowie chronische Erkrankungen. Die Phytotherapie kann in Kombination mit konventionellen Therapien eingesetzt werden. Bei einer Therapie ist allerdings zu beachten, dass Pflanzen starke Nebenwirkungen auslösen können.
Heilkräuter lassen sich sowohl in der Einzeltier- als auch zur Behandlung einer Gruppe/eines Bestandes einsetzen. Phytotherapie wird häufig eingesetzt bei Erkrankungen des Stoffwechsels, des Magen- Darmtraktes, der Atemwege, des Euters, zur Stärkung des Immunsystems, zur Wundbehandlung, bei Fruchtbarkeitsstörungenund bei Gelenk- bzw. Klauenproblemen.
Aus rechtlichen Gründen sollte beim Einsatz lebensmittelliefernder Tiere auf Handelspräparate oder reine Kräuter aus der Apotheke zurückgegriffen werden.
Ein Einsteigerseminar in die Arbeit mit Heilpflanzen im Rinderbereich bietet die LWK NRW im Februar an; siehe "Heilpflanzen erfolgreich einsetzen - Phytotherapie für Einsteiger". Ein ähnliches Angebot hat die LWK Rheinland-Pfalz im März organisiert, siehe "Phytotherapie für Einsteiger – Mit Pflanzen heilen".

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) stammende Therapiemethode und wissenschaftlich anerkannt. Bei dieser Methode geht man davon aus, dass jede Krankheit durch ein Ungleichgewicht der Energien im Körper (Yin und Yang) ausgelöst werden. Die Energie fließt entlang der 12 Energieleitbahnen, die sogenannten Meridiane. Wird dieser Energiefluss gestört, können verschiedene Krankheiten oder Schmerzzustände auftreten.
Durch einen gezielten Stich (Stimulation) auf die entsprechenden Akupunkturpunkte entlang der Meridiane soll der Energiefluss wiederhergestellt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Für die gängigsten Behandlungen werden ca. 150 Akupunkturpunkte beim Rind genutzt. Gestochen wird in der Regel mit dünnen, flexiblen Akupunkturnadeln, die 30 mm lang sind und einen Durchmesser von 0,3 bis 0,35 mm aufweisen. Der Zeitaufwand für eine Therapie ist sehr hoch, die Nadeln können durchaus eine Stunde lang sitzen. Deshalb empfiehlt sich die Akupunktur nur als Einzeltiertherapie.
Die Akupunktur-Behandlung in Eigenleistung erfordert viel Übung. Tierhalter, die es anstreben, leichte Behandlungen selbst durch zu führen, sollten in jedem Fall an einem Akupunkturkurs teilnehmen (z.B. derzeit im Angebot "Akupunktur beim Rind" im Raum Nord-West-Deutschland bei einer erfahrenen und zertifizierten Tierheilpraktikerin).
Text: Birte Ostermann-Palz, Katrin Berkemeier


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