Weidehaltung

Wege, Zäune, Tore, Tränken

Die Vegetation steht in den Startlöchern. Jetzt ist noch mal Zeit sich Treibwege, Tore und Co. anzuschauen. Wir geben Tipps!

Um eine hohe Weideleistung zu erreichen, müssen die Kühe das Gras und ihr Trinkwasser auf der Weide auch zügig und bequem „zu Fuß“ erreichen. Dafür macht es Sinn, das Weidegebiet um den Betrieb sinnvoll über Wege, Zäune und Tränken – einer „Weide-Infrastruktur“, zu erschließen.
Mapping: Um die Infrastruktur neu zu planen bzw. ein bestehendes Weidesystem zu optimieren, ist eine Flächenkarte vom Betrieb hilfreich. Sie zeigt Entfernungen und idealerweise die Lage der Flächen (hoch, tief, nass, trocken …). Anhand dieser Informationen lassen sich die Flächeneinteilungen, aber auch die jeweilige Nutzung übersichtlich planen. Mehr zum Überblick dank Mapping finden Sie hier.
Informationen zu Fütterung zur Weide und mehr, finden sie auf unserer Themenseite Weidehaltung für Milchkühe.

Treibwege: Bequem für die Klauen und hoch belastbar

Wann befestigte Wege erforderlich werden und wie sie beschaffen sein müssen:
Den Aufwuchs schonen: Sind die Weideflächen arrondiert, ist es sinnvoll, einen befestigten Hauptweg anzulegen, von dem aus die Kühe auf die einzelnen Weideparzellen gelangen. Werden Kühe, um auf eine neue Fläche zu gelangen, halblose über eine andere Weide getrieben, beeinflusst das das  Wachstum vom Gras nachteilig.
Muss eine Herde nur gelegentlich über bestimmte Flächen gehen, ist ein Abstecken von einem 4 m breiten Weg mit einer Litze eine kurzfristige und Aufwuchs-schonende Lösung.

Ein kurzfristig abgesteckter 4 m breiter Weg schont den Aufwuchs, wenn Weiden überquert werden müssen. (Bildquelle: Hilbk-Kortenbruck)

Lose oder geschlossen: Ob die Kühe lose (vereinzelt) oder geschlossen (im Herdenverbund) auf die Weide und zurück gehen, muss fest stehen. Weil Kühe Routinen mögen und weil es beeinflusst, wie Ausgangs- und  Eingangsbereiche an Stall und Weiden sowie die Wege ausgeführt sein müssen.
  • Laufen die Kühe geschlossen, sollte ein bei Herden größer 40 Kühe mind. 3 bis 4 m breiter, befestigter Haupttreibweg vorhanden sein. So können bis zu drei Kühe nebeneinander laufen und sich ggf. überholen. Damit die Kühe nebeneinander gehen, muss die Wegoberfläche in der vollen Breite gleich bequem sein.
  • Laufen die Kühe lose (z. B. in AMS-Herde) oder für Herden unter 40 Kühe, kann der Haupttreibweg auch schmaler angelegt oder nur mittig mit einer mind. 1 m breiten bequemen Laufbahn ausgestattet sein.

Laufen die Kühe ausschließlich im losen Verbund, also vereinzelt, genügen auch schmalere, bis 2,5 m breite Wege. (Bildquelle: Berkemeier)

Belastbar: Ihr Körpergewicht verteilen Kühe sehr punktuell. Von ihnen hochfrequentierte Böden (Wege, Stallausgang, Weideeingänge) sind damit hohen Belastungen ausgesetzt. Damit kein tiefer Schlamm entsteht, lohnt es sich, diese Bereiche professionell mit Trag- und Deckschicht und  wasserableitend anzulegen bzw. anlegen zu lassen. Weil der Aufwand dafür hoch ist, sollte eine Nutzungsdauer von 10 bis 20 Jahren angestrebt werden. Je nach Bodenart sind Hauptwege unterschiedlich anzulegen: Auf Moorstandorten besteht...


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