Düngung

Mehr dünne Gülle organisieren

Rindergülle hat einen hohen Feststoffgehalt, vor allem zur ­Grünlanddüngung ist das von Nachteil. Welche Methoden zur Aufbereitung der Gülle sind sinnvoll?

Der immer knapper bemessene Zeitraum für die Ausbringung, die bodennahe Ablage und Dürrephasen lassen das Interesse an dünner, feststoffarmer Gülle steigen, denn:
  • sie infiltriert schnell in den Boden, sodass sie insbesondere in niederschlagsarmer Zeit effektiver wirkt als feststoffreiche Gülle (weniger gasförmige N-Verluste, einsickernde Flüssigkeit führt Nährstoffe direkt zur Pflanze).
  • sie fließt leicht auseinander und von den Pflanzen ab, sodass sie keine Feststoffstreifen („Güllewürste”) im Grünland hinterlässt. Auch ohne Regen sind damit eine gute Futterhygiene sowie Gasaustausch am Boden gegeben.
Milchkuhbetriebe haben jedoch ein Problem: Rindergülle verfügt über hohe Feststoff-Gehalte (organische, insbesondere Pflanzenfasern und mineralische, z. B. Kalk aus Einstreu). Je länger die Faserpartikel in der Gülle sind, desto geringer ist ihre Fließfähigkeit. Besonders „dick“ ist sie also, wenn Tiefboxen mit Stroh vorhanden sind und rohfaserreich gefüttert wird.

Fabian Lichti

LfL Bayern

Jörg Messner

LAZ Baden-Württemberg

Wie lässt sich „dünne“ Rindergülle überhaupt charakterisieren? Problematisch ist hierbei, dass sich die „Dicke“ einer Gülle nicht einfach messen lässt. Der Trockensubstanz (TS)-Gehalt einer Gülle erlaubt zwar einen groben Anhaltspunkt, er kann jedoch auch durch mineralische Anteile (Sand, Kalk) deutlich erhöht sein. Und auch der organische Anteil der Trockensubstanz sagt nichts über das Aussehen der faserhaltigen Partikel aus.
In der Praxis kann man sich selbst einen objektiveren Eindruck vom Faseranteil einer Gülle verschaffen, indem man eine Probe durch ein Haushaltssieb laufen lässt (ähnlich der Kotbeurteilung). Daraus lässt sich, bezogen auf die Frischmasse, auch einfach ein grober Masseanteil bestimmen. Auch eine Fließprobe auf glattem Untergrund gibt Aufschluss.
Als Ideal an Dünnflüssigkeit einer Gülle lässt sich die flüssige Phase aus der Separierung heranziehen. Einfache Praxismessungen verschiedener Proben zeigen, dass in ihr ein Grobfaseranteil unter 1 % verbleibt. Und, dass sich die TS-Gehalte ganz unabhängig davon verhalten.

Separieren ist die verlässlichste Methode

Das Separieren von Gülle ist...


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