Düngeverordnung

Gülle separieren – wann und wie? 

Gülleseparierung kann durch Nährstoff-Abgabe und eine optimierte Grünland-Düngung dazu verhelfen, die Stickstoff- und Phosphat-Bilanz im Betrieb zu verbessern. 

Bastian Lenert

LWK NRW

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Separationstechnik weiter gestiegen. Denn durch die Separation von Gülle lässt sich ein Stickstoff- oder Phosphat-Überhang senken und die Nährstoffbilanz verbessern. Besonders bei hohen Grünlandanteilen und zu viel Phosphor kann eine Investition in Gülleseparation angebracht sein.
Technik: Die Separationstechnik trennt Rohgülle mechanisch in Feststoffe und Dünngülle. Technische Verfahren sind Pressschnecken, Dekanterzentrifugen sowie seltener Wendelfilter und Schwing- oder Vakuumsiebe. Eine Steuerungstechnik stimmt Separator und Güllepumpe aufeinander ab. Die Gülle wird in regelmäßigen Abständen separiert. Der flüssige Teil lagert im Güllebehälter, der Feststoff auf einer Mistplatte. So entstehen Feststoff-Substrate für Biogasanlagen und Flüssigdünger für das Grünland.

Wann ist die Separierung sinnvoll?

Bevor aber über eine Gülleseparation nachgedacht wird, sollte zuerst die Nährstoffsituation im eigenen Betrieb überprüft werden! Folgende Gründe sprechen für eine Separierung:
  • Nährstoffabgabe: Durch die Separation wird der Gülle mehr Phosphor als Stickstoff entzogen. Damit lassen sich Phosphat-Überhänge in der Nährstoffbilanz reduzieren. Auch bei Stickstoff geht mit 1 t Feststoff mehr vom Hof als bei der Abgabe von 1 m³ Rohgülle. Eine zu hohe Abgabe von Phosphor ist auf den meisten Milchkuhbetrieben aber nicht erstrebenswert, da sowohl intensiv genutztes Grünland als auch Silomais jeweils hohe Phosphorentzüge generieren. Auf ausreichend feuchten Niederungslagen werden im Grünland beispielsweise bis zu 115 kg P₂O₅/ha entzogen. Silomais entzieht bis zu 95 kg P₂O₅/ha.
  • Biogas-Verwertung: In der...


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