Klimawandel

Futterbau: Risikostreuung ist unvermeidlich

Trockene Sommer oder Starkregen: Extreme Wetterlagen und damit schwankende Erträge gehören inzwischen zum Alltag. Wie kann man den Futterbau darauf ausrichten?

Das haben wir immer schon so gemacht“, diese Aussage passt künftig nicht mehr zum Futterbau. Denn selbst, wenn die globale Erwärmung, wie vom Pariser Klimaschutzabkommen festgelegt, nur bei 1,5 °C bleiben sollte, werden eine verringerte Wasserverfügbarkeit in der Vegetationsperiode, aber auch vermehrte Starkregenereignisse den Anbau massiv beeinflussen.

Katharina Weihrauch

LLH Hessen

Dr. Gerhard Riehl

LfULG Sachsen

Norbert Erhardt

LWK NRW

An diese Rahmenbedingungen muss der Futterbau angepasst werden, um das Risiko verminderter (Silage-)Qualitäten, aber vor allem verheerender Futterausfälle zu reduzieren. „Ertragsschwankungen, vor allem im Grünland, werden zunehmen. Neben den Erträgen können auch die Futterqualitäten zwischen den Schnitten stärker als bisher schwanken“, so Dr. Gerhard Riehl, LfULG Sachsen.
Bei grobfutterdominierter Fütterung trifft dies besonders Herden mit bisher hoher bis sehr hoher Leistung. Für eine langfristig rentable Milcherzeugung wird daher mehr Wissen über den Anbau und den eigenen Standort erforderlich sein als jemals zuvor. Generell wird der Anteil an intensiven Futterbau-Systemen zurückgehen. Möglichst sichere (Masse-)Erträge sind das Ziel, die man u. a. durch eine breitere Arten- und Sortenwahl (Risikostreuung) erreicht.
Ertragsschwankungen, vor allem im Grünland, werden zunehmen
Dr. Gerhard Riehl, LfULG Sachsen
 „Um Erfahrungen zu sammeln, ist es wichtig, dass die Betriebe kleinflächig neue Anbaustrategien ausprobieren, bevor flächendeckend etwas angebaut wird, dass man am Ende nicht mehr ‚beherrschen‘ kann“, erklärt Katharina Weihrauch, LLH Hessen.

Seit einigen Jahren wird über den Einsatz von Kräutern wie Spitzwegerich oder Futterzichorie geforscht. (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Trockenheitstolerantere Sorten und Arten

Um das Dauergrünland breiter aufzustellen, gelten folgende Empfehlungen:
  • Trockentoleranz und Resilienz (Fähigkeit zur Regeneration) der Bestände müssen künftig noch stärker in den Fokus rücken.
  • Das Risiko lässt sich auch über die Anlage von stabilen Mischbeständen aus Gräsern, Leguminosen sowie gegebenenfalls Kräutern die robuster gegen Wetterextreme sind, streuen.
  • Eine weitere Anpassungsmöglichkeit ist eine größere Variation bei den Reifegruppen der Saatmischungen. Sommertrockene Standorte sollten auf frühere Sorten setzen, um mit dem ersten und (in Teilen) dem zweiten Schnitt möglichst viel Futter mit höchstmöglicher Qualität zu ernten. Damit die Winterfeuchte effektiv genutzt wird, ist ein wirklich früher Schnitt notwendig. Dann bleibt oft ausreichend Wasser für den zweiten Aufwuchs.
  • Das Grünlandmanagement muss hinsichtlich Schnittzeitpunkt, -höhe (nie kürzer als 7 bis 8 cm) und Nährstoffversorgung flexibel angepasst werden. Bestände während Dürrephasen nicht „abrasieren“, da sie ansonsten leiden.
  • Bei Weidegang immer auf die Schonung der Stoppelzone (Verbisstiefe!) achten. Zufütterung und entsprechende...


Mehr zu dem Thema