Attraktiver Auslauf

Außenklimareize sind gut für Gesundheit und Fruchtbarkeit der Kühe. Laufhöfe bieten eine Alternative, den Tieren auch in den Wintermonaten Bewegung und Außenklima zu ermöglichen. Tipps zur baulichen Ausrichtung, Lauffächen und einer guter Akzeptanz.

Regen, Wind und Sonne: Außenklimareize sind gut für Gesundheit und Fruchtbarkeit der Kühe. Doch viele Betriebe können oder wollen ihre Kühe nicht weiden. Eine Alternative bieten hier Laufhöfe, die den Tieren Bewegung und Außenklima ermöglichen.

Nach Süden ausrichten

Untersuchungen bestätigen, dass Kühe vor allem in den Herbst- und Wintermonaten Laufhöfe ausgiebig nutzen. Dies sollte man bei der Planung berücksichtigen und den Laufhof nach Süden bzw. Südosten ausrichten, damit die Kühe die winterliche Sonneneinstrahlung nutzen können. Lässt sich der Laufhof nur nach Osten oder Westen ausrichten, ist ein Windschutz sinnvoll. Geeignet hierfür sind sowohl Windschutznetze, Schlitzwände, aber auch Hecken oder Erdwälle. Generell gilt für Laufhöfe:
  • Je größer, desto besser nehmen die Kühe den Auslauf an. Als Empfehlung gelten 2,5 m2 pro Kuhplatz und eine Mindestbreite von 5 m.
  • Der Auslauf sollte rechteckig sein, da spitz zulaufende Winkel schlecht mechanisch zu säubern sind.
  • Im Idealfall verfügt der Laufhof über mindestens zwei Zugänge, die jeweils eine Mindestbreite von 2,5 m aufweisen. So können sich die Kühe im Zugang begegnen oder ranghöheren Kühen durch den zweiten Zugang aus dem Weg gehen.
  • Damit durch die Zugänge kein Wind in den Stall drücken kann, sollten sie mit Streifenverhängen oder selbstschließenden Toren (Rollos) ausgestattet sein.
  • Die Höhe der Einzäunung der Ausläufe sollte mindestens 1,20 m betragen und die Querstreben in einem Abstand von 0,3 bis 0,4 m eingebaut werden.
  • Ein schwenkbares Tor ermöglicht es, dass man den Auslauf im Notfall auch mit dem Hoflader befahren kann. Daneben sollte ein Personenschlupf das sichere Betreten und Verlassen gewährleisten.
  • Eine Teilüberwachung ist im Öko-Landbau nicht über die gesamte Freilandfläche möglich (regionale Vorgaben beachten).

Laufflächen müssen rutschfest sein

Die Auslaufflächen müssen rutschfest (Besenstrich, Längsrillen) und leicht zu reinigen (planbefestigt oder Spaltenboden) sein. Wichtig ist, dass der Harn schnell z.B. über seitliche Ablaufrinnen abfließen kann. Bei der Gestaltung der Laufflächen muss man präzise darauf achten, dass keine Senken oder Mulden entstehen, in denen sich stehende Flüssigkeit ansammelt. Planbefestigte Laufflächen sollten mindestens einmal täglich abgeschoben werden (mobil, stationär).
Allerdings kann auch ein zu wenig an Feuchtigkeit zum Problem werden, wenn die Fläche durch Sonneneinstrahlung schnell abtrocknet und sich beim Abschieben eine Schmierschicht bildet. Bewährt hat sich hier einen einfachen Sprinkler zu installieren, um ein schnelles Abtrocknen im Hochsommer zu verhindern. Bei Starkregen darf es nicht zu einem ungesteuerten Abfluss kommen. Dies lässt sich durch seitliche ca. 20 cm hohe Abgrenzungen bzw. Randabschlüsse gewährleisten. Auch Querkanäle oder Auffangbehälter müssen so bemessen sein, dass sie bei Schlagregen nicht überlaufen. Als Lagerraum müssen hier, je nach Standort, 0,2 bis 0,75 m3 je m2 Laufhoffläche eingeplant werden. Alternativ ist mit der standortüblichen Niederschlagsmenge eine exakte Berechnung möglich.

Ausstattung erhöht Akzeptanz

Durch Kuhbürsten, Außentränken, Fressplätze und außenliegende Boxen lässt sich die Attraktivität der Laufhöfe steigern. Allerdings sollte der Auslauf wiederum nicht so attraktiv sein, dass sich die Kühe hinlegen und die Euter dabei stark verschmutzen. Diese Gefahr besteht z.B. dann, wenn der Auslauf mit einem Gummibelag ausgelegt ist. Die beste Möglichkeit, um ein Abliegen im Laufhof zu verhindern, bleibt eine optimal geführte Liegebox. Daneben können ein gutes Stallklima und ein Liegeplatzverhältnis von 1:1 verhindern, dass Kühe sich im Auslauf hinlegen. Neben einem außenliegenden Laufhof (wie hier beschrieben) können Ausläufe auch in mehrhäusigen Ställen integriert oder als Verbindungselement zwischen Stall und Melkstand gebaut werden.
Autorin: Sibylle Möcklinghoff-Wicke, Innovationsteam Milch Hessen


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