Eutergesundheit

Strichverletzung am AMS

Strichverletzungen frühzeitig erkennen, eine Behandlungsmethode festlegen und den Prozess begleiten – wichtige Tipps zum Vorgehen in Melkroboter-Betrieben.

Andre Hüting

Tierarztpraxis an der Güterstraße 

Strichverletzungen sind in der Regel kein Bestandsproblem, können aber in jeder Herde vorkommen – so auch in Milchkuhbetrieben mit automatischem Melksystem. Auch wenn sich die Behandlungs- und Heilungschancen im Vergleich zum konventionellen Melken kaum unterscheiden, gestaltet sich die Erkennung und Versorgung verletzter Striche am Melkroboter aber durchaus schwieriger. 

Alarmsignale vom AMS 

Im Laufstall fallen Strichverletzungen in der Regel nur bei starken Blutungen auf, zum Beispiel durch Blut am Bein der Kuh oder in der Liegebox. Meistens werden sie aber erst beim Melken sichtbar. Da man die Euter bei automatischen Melksystemen nicht jeden Tag sieht, müssen Milcherzeuger auf Alarmsignale des Melkroboters achten, um Strichverletzungen möglichst zeitnah ausfindig zu machen. Folgende Meldungen des AMS können darauf hindeuten:
  • Unvollständige Melkungen 
  • Nur drei Viertel gemolken 
  • Box ungemolken verlassen (durch Abtreten oder unmögliches Ansetzen)
  • Bluterkennung durch Farbskalierung (Milch wird automatisch separiert)
  • Veränderte Leitfähigkeit 
Je nach AMS-Hersteller unterscheiden sich die Meldungen. Da Strichverletzungen aber fast immer akut auftreten, erscheinen auch die Signale unerwartet und fallen auf. Weniger akute Verletzungen oder Quetschungen machen sich oft nicht direkt bemerkbar, können auf Dauer aber durch ein reduziertes Minutengemelk, speziell auf einem Viertel, auffallen. Zudem gehen Strichverletzungen gewöhnlich mit einem rückläufigem Laufverhalten einher. 

Ödeme sind oft fütterungsbedingt und gefährden die Eutergesundheit. Wie lässt sich der Spagat zwischen Anfütterung und starker Ödembildung bei Färsen meistern?

Prognose mit dem Tierarzt 

Meldet der Roboter Alarm, gilt es, das Euter schnellstmöglich zu kontrollieren und den Schweregrad der Verletzung festzustellen. Ist die Zitze nur äußerlich verletzt oder ist auch der Strichkanal betroffen (erhöhtes Mastitis-Risiko)? Besteht eine Chance, dass sich der Milchfluss wieder regeneriert? Gibt es bereits Anzeichen auf eine Entzündung? 
Der zweite Blick gilt der Kuh selbst. In welchem Laktationsstadium...


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