Grünland

Grünlandbestände dem Klima anpassen

Die richtige Strategie bei der Arten- und Sortenwahl im ­Grünland wird immer wichtiger. Dabei müssen ­Ertragsstabilität und Qualität beachtet werden.

Dauergrünland ist häufig auf schwierigen Standorten wie Hanglagen, Mooren oder flachgründigen Böden zu finden, was (qualitativ) hochwertige Erträge zu erzielen deutlich erschwert. In den vergangenen Jahren kamen zu den schwierigen Bedingungen jedoch auch noch vermehrt Phasen mit Frühjahrs- oder Sommertrockenheit hinzu.
Bei sich verändernden Bedingungen wird es in den nächsten Jahren umso wichtiger die richtigen Sorten bzw. Arten im Dauergrünland zu etablieren, um Erträge zu stabilisieren. Wir haben Grünland-Experten aus ganz Deutschland gefragt und verschiedene Strategien zusammengestellt.

Unsere Autoren

Hubert Kivelitz

LWK NRW

Dr. Gerhard Riehl

LfULG Sachsen

Tammo Peters

LWK Schleswig-Holstein

Dr. Jonas Weber

LAZBW Aulendorf

Die richtige Wahl treffen

Die extremen Wetterlagen beeinflussen vor allem die Zusammensetzung der Grünlandbestände und damit die TM-Erträge und Futterqualitäten. Deshalb ist es wichtig, Arten und Sorten durch Nachsaat und/oder Neuansaat zu etablieren, die mit dem Standort und mit der geplanten Nutzung zurechtkommen.
  • Wie sind die eigenen Standort- und Klimaverhältnisse: Mittelgebirgs- oder Niederungslage, Nord- oder Südhang, Trockenstandort oder gute Wasserversorgung?
  • Welche Nutzungsrichtung (Weide, Mahd) und Nutzungsintensität (Anzahl der Nutzungen, Düngungs- und Beweidungsintensität) liegt vor? 
Der Ertrag ist sicherer, wenn man artenreichere Mischungen einsetzt. So können Mischbestände aus Gräsern, Leguminosen und Kräutern besser mit Trockenheit umgehen als artenarme Mischungen.

Reifegruppen mischen

Die meisten Bestände werden von Dt. Weidelgras dominiert. Doch dieses ist nicht sehr tolerant gegen Trockenheit. Allerdings ist es sehr regenerationsfähig, wenn es nach längeren Trockenphasen erneut regnet.
Aber: Dt. Weidelgras ist nicht gleich Dt. Weidelgras, denn die Sorten weisen eine Vielzahl an Reifegruppen (früh- bis spätreif) auf. So kann es sinnvoll sein, frühreife Sorten zu wählen, die schon gute Erträge vor dem Eintreten einer Sommertrockenheit bringen. Eine andere Strategie wäre verschiedene Reifegruppen zu mischen, um möglichst nutzungselastische Bestände zu bekommen und schwankende Witterungsextreme gerade im Frühjahr besser abpuffern zu können.


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