Grünland

Grünland braucht Kalk

Von Spätsommer bis März ist die Zeit für die Kalkung im Grünland. Welche Mengen und wann welche Kalkdünger – das ist zu beachten.

Die gezielte Kalkdüngung wird im Grünland häufig vernachlässigt. Das ist schlecht. Erstens, weil Calcium (Ca) ein besonderer, ertragsprägender Nährstoff ist:
  • Eine ausgewogene Kalkversorgung verbessert die Bodenstruktur, hebt den Boden-pH, fördert Bodenlebewesen und den Aufbau organischer Substanz. Wasseraufnahmeund Speicherkapazität des Bodens steigen.
  • Zudem fördert Calcium die Wurzelbildung der Pflanzen und die Nährstoffverfügbarkeit im Boden.
  • Eine gute Kalkversorgung bringt also Vorteile hinsichtlich der Nährstoffeffizienz und in Zeiten der immer häufiger auftretenden Trockenphasen.
Zweitens, weil es Jahrzehnte dauert, einen Standort wieder gesund zu kalken, wenn er in einen Kalkmangel geraten ist!
Sich der Ca-Versorgung im Grünland zu widmen, ist also eine gute Investition ins Jetzt und in die Zukunft.

Katharina David

Grünlandberaterin LLH Hessen

Nicht zu unterschätzende Entzüge im Grünland

Wie wichtig die Kalkdüngung im Grünland ist, verdeutlichen die jährlichen Entzüge. Diese sind gerade auf ertragsstarken Standorten (gute Wasserversorgung, hohe Nährstoffnachlieferung, hochleistende Sorten) hoch. In Grünlandbeständen ist von jährlichen Entzügen zwischen 200 bis 500 kg CaO pro Hektar auszugehen.
Die Entzüge entfallen auf Neutralisierungsprozesse im Boden und Auswaschung (jährlich ca. 150 bis 350 kg CaO/ha) und die Ernteabfuhren (z.B. 60 kg CaO/ha bei 55 dt Ertrag/ha oder 195 kg CaO/ha bei 110 dt Ertrag/ha). Der CaO-Bedarf zur Neutralisation sowie der Grad der Auswaschung sind dabei betriebsindividuell. Denn:
  • Je mehr sauerwirkende Düngemittel eingesetzt werden, desto höher ist der Kalkbedarf. Mineralische Dünger ohne Kalk als Begleitstoff haben, wie Gülle, eine senkende Wirkung auf den Boden-pH. Werden z.B. 100 kg Schwefelsaures Ammoniak gedüngt, bedarf es 63 kg CaO, um die Düngemaßnahme für den Boden-pH abzupuffern. Mist oder Kalkstickstoff hingegen fördern die Kalkversorgung.
  • Je leichter die Bodenart und je höher die Niederschlagsmengen an einem Standort sind, desto höher kann die Auswaschung von CaO ausfallen.

Am optimalen Boden-pH orientieren

Je leichter der Boden, desto niedriger ist der optimale Boden-pH. Entsprechend kleiner ist die maximale Einzelgabe an CaO, die bei der Kalkdüngung gegeben werden darf. Denn bei leichten Böden ist das Risiko höher, mit hohen Ausbringungsmengen von Kalk das Puffervermögen des Bodens überzustrapazieren. Folgen einer CaO-Überversorgung können je nach Bodenart sein: Humusabbau durch eine zu starke N-Mineralisation, eine verstärkte Auswaschung oder die Festlegung von Nährstoffen.
Die optimalen pH-Werte nach Bodenartgruppe (BAG) im Grünland sind: leichter Boden (BAG I) pH 5,0 bis 5,5; mittelschwerer Boden (BAG II) pH 5,5 bis 6,2; schwerer Boden (BAG III) pH 5,7 bis 6,5.
  • Die Höhe maximal empfohlener Einzelgaben an CaO nach Bodenartengruppe im Grünland: BAG I 1.500 kg/ha CaO; BAG II 2.000 kg/ha CaO und BAG III 3.000 kg/ha CaO.

Schnelltests für CaO-Verfügbarkeit an der Bodenoberfläche

Verschlemmte Oberflächen schränken Gasaustausch und Wasseraufnahmefähigkeit von Böden ein. Eine...


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