Die 10 häufigsten Geburtsprobleme

Bei Problemgeburten muss man wissen, was man tut. Eine Tierärztin beschreibt Maßnahmen, die Landwirte ergreifen können, bevor der Veterinär da ist.

Steigt die Totgeburtenrate im Bestand deutlich über fünf Prozent, muss ein kritischer Blick auf die Geburtshilfe gelegt werden. Aus Angst vor toten Kälbern neigen Tierhalter oft dazu, unnötig und zu früh an den Kälbern zu ziehen. Das führt dann erst recht zu Schwergeburten. Was hilft, ist Ruhe zu bewahren. Denn nur dann kann man das Geburtsproblem zügig und exakt erkennen und helfen.

Die 10 häufigsten Geburtsprobleme in der Praxis:

1. Fehldiagnosen

Bevor Geburtshilfe geleistet wird, muss man sich in der Kuh orientieren (Geburtshilfliche Untersuchung, Elite 5/17). Wichtig ist es, sich für die Diagnose des Lage-Stellungs- oder Haltungsfehlers (Zwillinge?) etwas Zeit zu nehmen. Denn jede Fehleinschätzung zu Beginn der Geburtshilfe kann das Leben von Kuh und Kalb gefährden.

2. Weicher Geburtsweg ist zu eng

Das Problem tritt häufig bei Färsen und Kühen auf, die unzureichend angefüttert wurden. Oft ist der innere Muttermund noch als Ring um den Kopf des Kalbes fühlbar. Die Gefahr, dass Zervix und Scheide einreißen können, ist dann groß. Das kann zu akuten Bauchfellentzündungen oder dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Helfen kann hier eine Injektion mit einem Arzneimittel (Sensiblex). Die weitende Wirkung tritt nach circa 20 Minuten ein und kann durch das Auflegen von nassen, sehr warmen Handtüchern auf das mütterliche Becken unterstützt werden. Tritt der Kopf durch die Scheide, kann ein Dammschutz über dem Kopf des Kalbes oder mit zwei Händen im Bereich zwischen After und Scheide durchgeführt werden. Der Tierarzt hat im Notfall die Möglichkeit, einen oder zwei Dammschnitte in die äußere Scheidenhaut zu setzen, um zu verhindern, dass die Scheide an einer ungeeigneten Stelle einreißt. Ist der knöchernde Geburtsweg (innerer Beckenring) zu eng, darf kein Auszugsversuch durchgeführt werden!

3. Ein Bein fehlt

Wenn...


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