Elite Dairy Tour 2021

Gut gefüttert ist halb gewonnen

Viel Kontrolle, eine ausgefeilte Fütterung und Teamwork sind der Schlüssel für die sehr guten Leistungen der Kühe auf dem Betrieb „Benninghoff MilchEnergie“.

Bevern in Niedersachsen: Die Sonne scheint, als wir entlang von Getreide- und Maisfeldern über eine kleine Landstraße zum Betrieb Benninghoff MilchEnergie fahren. Aus den Kuhställen hören wir die Ventilatoren brummen. Durch die offenen Tore erkennen wir einige schwarzbunte Kuhköpfe. Vor einem der fünf Stallgebäuden begrüßen uns Betriebsleiter Marc Benninghoff und sein Herdenmanager Alexander Stelljes. Die beiden sind für die knapp 1.200 Milchkühe auf dem Betrieb verantwortlich.

Betriebsspiegel Benninghoff MilchEnergie

1.200 schwarzbunte Kühe + 1 Jersey 
12.600 kg abgelieferte Milch pro Kuh und Jahr (3,85% Fett, 3,39% Eiweiß) 
366 ha Ackerbau + 175 ha intensives Grünland + 19 ha extensives Grünland 
4 Herdenmanager + 4 Mitarbeiter Außenwirtschaft, Füttern und Biogas + 14 Melker + 2 Mitarbeiter Kälber + 1 Praktikant
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Nicht nur die Größe der Herde beeindruckt auf den ersten Blick. Auf der gepflegten Hofanlage erkennen wir hinter einer Reihe frisch angepflanzter Bäume mehrere grüne Dächer einer Biogasanlage. Die derzeitige Produktion der Anlage, die ausschließlich mit Rindergülle betrieben wird, liegt bei 495 KW/Std. Insgesamt sind auf dem Betrieb 25 Personen angestellt, davon allein vier Personen im Herdenmanagement.
„Unsere Kühe haben lange bei 10.000 kg stagniert“, erzählt Herdenmanager Alexander Stelljes, während er neben Betriebsleiter Marc Benninghoff durch den ersten Stall entlang des Futtertischs läuft. Zusammen haben sie begonnen, an einigen Schrauben im System zu drehen, sodass sie die Leistung der Herde auf beeindruckende 12.600 kg Milch pro Kuh und Jahr steigern konnten. Dafür setzen sie zum einen auf eine ausgefeilte Fütterung. Auf der anderen Seite haben die beiden das Controlling von Fütterung und Herdenmanagement optimiert.

Erfolgsfaktor saure Salze

„Wir hatten seit sechs Monaten keine einige festliegende Kuh mehr“, erklärt Herdenmanager Alexander Stelljes und blickt auf eine Gruppe Frischmelker, die hinter dem Fressgitter entspannt in den Liegeboxen liegen. Das liegt vor allem am Einsatz von sauren Salzen. Seit vier Jahren säuern sie die Ration der Kühe an. Der Erfolg wird regelmäßig über den Harnprobe kontrolliert. „Vorher lag der pH-Wert bei 7, nun ist das Ziel 5,5“, erklärt der Herdenmanager. Diesen Wert kontrollieren sie auf dem Betrieb konsequent zweimal pro Woche. „Den größten Erfolg haben wir dabei bei den Trockenstehern beobachtet“, erklärt Stelljes weiter. Die Einsatzleistungen sind set Beginn der Ansäuerung gestiegen, sodass Kühe am 30. Tag 60 kg Milch melken und die Färsen 42 kg Milch. 
„Die Kühe sind viel stabiler!“
Betriebsleiter Marc Benninghoff über den Einsatz saurer Salze.
Alle laktierenden Tiere bekommen dieselbe Ration gefüttert. Allein in der Ration der Frischmelker ist etwas weniger Melasse, dafür 1,5% mehr Eiweiß und 50g mehr Fett pro kg TM enthalten. Dazu bekommen diese Tiere noch zusätzlich Heu zur freien Aufnahme, aber nur in den ersten zwei Tagen nach der Kalbung. 

Bei der Fütterung haben Betriebsleiter du Herdenmanager viel ausprobiert, bevor sie die für ihre Kühe beste Ration zusammengestellt haben – mit Wasser, Fetten und sauren Salzen. (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Fütterung: Regelmäßige Selbstkontrollen

Gefüttert wird einmal am Tag, immer von derselben Person. Im Verlauf des Tages schieben die Mitarbeiter die Ration alle eineinhalb Stunden an. Nachts sind die Mitarbeiter dafür zuständig und schieben das Futter einmal vor der Melkschicht und während des Melkens dreimal nach.
Die Kontrolle der Fütterung erfolgt regelmäßig. Einmal in der Woche kontrollieren sie die Futteraufnahme über die Bestimmung der Restmengen. Die Futterreste liegen bei rund 5%, bei Frischmelkern und den Close-Ups noch etwas mehr bei 7%.
„Wir wissen ganz genau, was in der Ration drin ist und was an Milch und Inhaltsstoffen im Tank ankommt.“
Herdenmanager Alexander Stelljes
Zusätzlich kontrolliert der Herdenmanager wöchentlich den...


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