Tierwohl 

Keine kranken Tiere notschlachten

Notschlachtungen sind nur bei frisch verunfallten Tieren erlaubt. Daran halten sich aber nicht alle. Ein Einblick!

Dr. Philipp Rolzhäuser

Universität Leipzig 

Rinderabgänge in landwirtschaftlichen Betrieben können manchmal ärgerlich für den Betrieb sein. Insbesondere dann, wenn die Abgänge durch unvorhersehbare Ereignisse oder Unfälle hervorgerufen werden.
Da ist es naheliegend, dass Tierhalter in diesen Fällen zumindest den wirtschaftlichen Verlust durch eine Notschlachtung des Tieres mindern wollen.
Aufgrund möglicher ökonomischer Vorteile einer Notschlachtung gegenüber einer Euthanasie werden so aber leider auch Tiere notgeschlachtet, die nicht notgeschlachtet werden dürfen. So das Fazit einer Untersuchung der Universität Leipzig.

Die korrekte Notschlachtung

Die Verordnung, die die Anforderungen an eine Notschlachtung regelt, ist eigentlich sehr einfach: Notgeschlachtet werden nur Tiere, die frisch verletzt sind, ansonsten aber gesund.
Solche akut verunfallten Tiere können auf dem landwirtschaftlichen Betrieb betäubt und entblutet werden und im Anschluss für die weiteren Schlachtarbeiten mittels einer mobilen Schlachteinheit zu einem nahegelegenen Schlachtbetrieb verbracht werden.
Bevor notgeschlachtet wird, muss ein Tierarzt oder eine Tierärztin kommen, um eine Schlachttieruntersuchung durchzuführen.
Der Tierarzt oder die Tierärztin muss dann bei der Notschlachtung anwesend bleiben, um den Tierschutz bei der Notschlachtung zu überwachen und eine Veterinärbescheinigung auszustellen, welche das Tier zum Schlachtbetrieb begleitet.
Im Anschluss meldet der Landwirt oder die Landwirtin die Notschlachtung in der HIT-Datenbank. Die Schlachtung kranker Tiere ist hierbei unzulässig.

Ein Beckenbruch ist ein Grund für eine Notschlachtung. (Bildquelle: Weerda )

Entscheidungskriterien für das Notschlachten