Kombinationshaltung

Mehr Bewegung für mehr Tierwohl

Der erste Schritt aus der ganzjährigen Anbindehaltung kann die Kombination von Anbindestall mit Auslauf vor dem Stall oder auf der Weide sein.

Gudrun Plesch

FiBL

Gerade für kleine Milchkuhbetriebe ist der große Schritt von der ganzjährigen Anbindehaltung zur Laufstallhaltung oft nicht einfach realisierbar. Oftmals sind umfangreiche Investitionen erforderlich. Besonders wenn die Hofnachfolge noch nicht abschließend geklärt ist, rechnen sich diese nicht. Die Kombinationshaltung kann ein erster Schritt sein, um aus der ganzjährigen Anbindehaltung auszusteigen. Die Kosten für einen zusätzlichen Laufhof oder Einrichtung einer Weide liegen dabei deutlich unter den Kosten für einen Um- oder Neubau.
Bei der Kombinationshaltung nach LEH-Kennzeichnung Stufe 2 (privatrechtlich, keine gesetzliche Regelung!) dürfen Kühe weiter in der Anbindung gehalten werden, wenn sie pro Jahr mindestens 120 Tage Auslauf auf einem Laufhof, Weide oder Tiefstreu-Ställen (Abkalbebucht oder Trockensteherbereich) haben. Diese Regelung ist Pro Auslauftag müssen die Kühe dabei mindestens zwei Stunden Bewegung haben können. Dafür sind pro Kuh mind. 4,5 m² Fläche notwendig, die aus mind. 16 m² zusammenhängender Fläche bestehen muss. Zudem stehen Trockensteher und abkalbende Kühe in einer separaten Strohstall.
Die Kombinationshaltung ist bereits bei biologisch wirtschaftenden Kleinbetrieben Pflicht, da die ganzjährige Anbindung dort grundsätzlich verboten ist. Betriebe ohne Weidegang müssen dann einen Laufhof anbieten.

Raus auf hofnahe Weiden!

Gängige Methode bei Kombinationshaltung ist, die Kühe im Sommer auf die Weide lassen und zum Winter im Stall zu halten, ggf. kombiniert mit stundenweisem Auslauf auf einen Laufhof. Sind Weideflächen rund um den Hof vorhanden, sollten diese unbedingt für den Weidegang genutzt werden. Außenklimareize (Licht, Luft, Regen …) verbessern das Tierwohl. Zum anderen profitieren davon besonders Kühe, die Klauenprobleme haben.

Auf hofnahen Flächen können Kühe aus Anbindehaltung während der Weidesaison gut untergebracht werden. (Bildquelle: Greil)

Die einfachste Möglichkeit der Kombination von Anbindung und Weideauslauf ist eine Vollweide. Während der Weidezeit kommen die Kühe nur zum Melken in den Anbindestall. Bei Vollweide ist eine saisonale Abkalbung hilfreich, um den Weideaufwuchs möglichst effizient zu nutzen.
Reichen die Flächen für eine Vollweide nicht aus, sind auch stundenweises Weiden auf Koppel- oder Portionsweide möglich. Voraussetzung für den Weidegang ist ein Witterungsschutz, besonders an sehr sonnigen Tagen, z. B. Bäume oder Unterstände. Ist dieser nicht vorhanden, kann z. B. auch auf Nachtweide umgestellt werden; die Kühe werden tagsüber im Stall untergebracht. Achtung: Weiden sind keine Selbstläufer, sie erfordern auch je nach Nutzungsintensität Pflegemaß­nahmen und kostbare Arbeitszeit!

Laufhof richtig ausstatten

Im Winter oder bei nicht ausreichenden Weideflächen in Hofnähe, bietet ein Laufhof die benötigte Auslauffläche. Dieser kann außen an den bestehenden Stall angebaut oder zwischen zwei Gebäuden als innenliegender Laufhof angeordnet...


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