Milchleistung

Das Optimum, nicht das Maximum anstreben

Die Milchleistung ist auf vielen Betrieben in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Doch ist der letzte Liter Milch immer rentabel?

Es wird gerne unterstellt, dass sich Milch nur dann wirtschaftlich rentabel produzieren lässt, wenn absolute Höchstleistungen erreicht werden. Das stimmt so nicht! Auch für die Milchproduktion gilt: Das Optimum ist nicht immer das Maximum.

Frank  Achelpöhler

Beratungsring Hagen/Stubben

Stefan Neumann

Agrarberatung Koesling Anderson

Deshalb muss eine ökonomisch erfolgreiche Strategie für den Betrieb immer das Optimum der jeweiligen Standortfaktoren (Futtergrundlage, Personalverfügbarkeit etc.) im Fokus haben.
Natürlich, und das bleibt unbestritten, haben Leistung und Herdengröße erst einmal den wichtigsten Einfluss auf den Gewinn. Das zeigen auch die Zahlen aus dem MilchManager* (Auswertung betriebswirtschaftlicher und biologischer Kennzahlen, 100 nord- und ostdeutscher Betriebe). Allerdings ist auch dieser Einfluss begrenzt.

Die Reproduktionsrate ist einer der wichtigsten Erfolgs­faktoren für einen positiven Gewinn. (Bildquelle: Stöcker-Gamigliano)

„Verdünnung“ der Kosten

So verbessern 1.000 kg zusätzlich abgelieferte (!) Milch den Gewinn aufgrund der Verdünnung der Kosten (vornehmlich Festkosten) um durchschnittlich 1,5 bis 2,0 ct /kg Milch. Vergleichbare Effekte resultieren aus einer Aufstockung der Herde. Allerdings dürfen hierbei keine weiteren Kosten im Bereich Personal entstehen. Neben Leistung und Herdengröße haben die Reproduktionsrate sowie die Futterkosten nach wie vor einen großen Einfluss darauf, ob sich der Gewinn (Betriebszweig Milch) positiv entwickelt.

In Diskussionen rund um die Rentabilität werden aber bei der Betriebsführung andere wichtige Faktoren...


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