Grassilage 2021

Wenn die Grassilage nicht melken will …

Dieses Jahr lässt die Qualität der Grassilagen vielerorts zu wünschen übrig. Wie reagieren? Wir haben das Thema mit dem Fütterungsexperten Dominik Bützler diskutiert.

Dominik Bützler

ist Fütterungsexperte bei der auf Rinder spezialisierten tierärztlichen Gemeinschaftspraxis LandVET in 53804 Much.

Elite: Viele Grassilagen aus diesem Jahr enthalten deutlich weniger Eiweiß und Energie, dafür mehr (Roh)Faser? Welche Auswirkungen hat dies auf die Zusammenstellung der Futterrationen. Was ist zu beachten? Müssen die Rationen durch höhere Kraftfuttermengen aufgewertet werden?
Dominik Bützler: Das Problem sind aber nicht nur die fehlenden Inhaltsstoffe, allen voran Energie und Rohprotein, viele Silagen sind auch sehr feucht. Durch die anhaltenden Niederschläge hat mindestens ein Drittel weniger als 30 % Trockensubstanz. Hierdurch ist die Gefahr für Fehlgärung, Nacherwärmung und Schimmelbildung deutlich erhöht. Um zu verhindern, dass im kommenden Winter und Frühjahr vermehrt Euter- und Fruchtbarkeitsprobleme auftreten, raten wir dazu, die Silagen kritisch im Blick zu halten und unter Umständen mit Konservierungsmitteln wie Propionsäure oder Kaliumsorbat zu arbeiten.
Mit höheren Kraftfutter-/Saftfuttermengen lässt sich die mäßige Grundfutterqualität nur zum Teil ausgleichen. Wer zu viel „drückt“ läuft Gefahr, die Tiere trotz strukturreicher Silagen in die Pansenazidose zu füttern. Hier kann eine Verschneidung mit einer anderen Grassilage oft hilfreich sein, wenn der Vorschub es zulässt.
Elite: Fallen die nachfolgenden Grasschnitte denn besser aus?
Dominik Bützler: Ja, in der Regel schon, denn oftmals wurden witterungsbedingt die Nährstoffe des Düngers, der zum 1. Aufwuchs gegeben wurde, nach der Mahd mit den steigenden Temperaturen erst verfügbar. Allerdings sind die Abweichungen von...


Mehr zu dem Thema