Herdenmanagement

Lahmheiten langfristig reduzieren

Liegeboxen, Laufganghygiene und Klauenpflege sind drei wichtige Stellschrauben, mit denen Sie die Klauengesundheit der Herde nachhaltig optimieren können.

Neben der klassischen Klauenpflege haben Haltungsbedingungen und Zucht großen Einfluss auf den Gesundheitsstatus der Klauen. Lahme Kühe fressen weniger, geben weniger Milch, werden nachweislich schlechter tragend und sind aufgrund dessen anfälliger für Krankheiten.

Philipp Zuz

Tierarztpraxis Ottersberg

1. Perching: Die Kuh kann sich nicht hinlegen

Bei einer schlechten Klauengesundheit werden die Liegeboxen selten in Betracht gezogen. Perching bedeutet, dass die Kühe über einen längeren Zeitraum mit den Vorderbeinen in den Boxen stehen, wobei die Hinterbeine im Laufgang bleiben. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Belastung der Klauen der Hintergliedmaße. Folge können starke Rehe Erscheinungen bis hin zu Klauengeschwüren an unterschiedlichen Lokalisationen sein. Die Hintergliedmaßen sind zudem längerer Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, was die Gefahr einer Infektion an der Klaue stark erhöht. Hier zu nennen ist insbesondere die Dermatitis digitalis (Mortellaro). Nur bei einer guten Liegeboxengestaltung kann dies verhindert werden.

Gefahr Sohlengeschwüre

Das größte Risiko von Sohlengeschwüren ist, dass eine Nekrose entsteht. Wird diese nicht frühzeitig entdeckt und behandelt, kann es passieren, dass die Infektion das Klauengelenk erreicht. Je nachdem wie weit die Infektion in die Klaue zieht, muss die Klaue im schlimmsten Fall amputiert werden.

Mit einer Stichprobenanalyse kann bestimmt werden, wie hoch der Anteil stehender Kühe in den Liegeboxen ist. Wenn nötig, sollten die Boxenmaße angepasst werden.  (Bildquelle: Ostermann-Palz)

Sollten Sie beobachten, dass auch bei Ihnen vermehrt Kühe in den Boxen stehen ohne sich abzulegen, könnte Perching ein Ernst zunehmendes Problem sein. Ursachen hierfür könnte eine falsche Positionierung des Nackenrohrs sein,...


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