Elite Dairy Tour 2020

Vier Familien, 500 Kühe Plus

Annette und Conny Derboven haben ihren drei Töchtern die  Leidenschaft für Milchkühe weitervererbt. Alle drei Frauen engagieren sich in dem Familienbetrieb. 

Die beiden „Herdenmanagerinnen“, Dorothee (links) und Anna Lena Derboven. (Bildquelle: Hilbk-Kortenbruck)

Der Name Derboven ist nicht nur in Züchterkreisen weit über Niedersachsen hinaus bekannt, sorgt er doch immer wieder für kontroverse Diskussionen. Das liegt sicher an der beeindruckenden Entwicklung des Milchguts in Warpe, aber auch an unternehmerischen Visionen des „Markenbotschafters“ des Hofguts Bunkemühle, Conny Derboven. Doch der Reihe nach:

Leistungsstärkste Kuhherde Deutschlands in den 60igern

1961 haben Lieselotte und Gerhard Derboven die „Bünkemühle“ erworben. Das Anwesen präsentierte sich in einem schlechten baulichen Zustand. Ein Wohnhaus und ein Kuhstall für 20 Kühe mit Nachzucht musste neu errichtet werden. 20 Jahre später (1980/81) wurden in den Anbindestall bereits 160.000 kg Milch im Jahr produzieren. Die Herde gehörte damals zu den leistungsstärksten in Deutschland (höchste Jahresdurchschnittsleistung).
1982 haben Annette und Conny Derboven die Bewirtschaftung der Bünkemühle übernommen. Aktuell werden auf der beeindruckenden Milchviehanlage 500 Kühe gemolken mit einer Durchschnittsleistung von 12.880 kg /Kuh/Jahr mit 4,01 % Fett und 3,50 % Eiweiß. Kürzlich erst wurde beim Tagesgemelk die 40 kg-Marke durchbrochen. Zum Unternehmen gehört seit einigen Jahren auch eine eigene Hofkäserei und ein Hofcafe.
- 500 Kühe 
- 12.762 kg 
- 520 Hektar 
- 11 Ak (im Kuhbereich) 

Zunächst mit Embryonen und Zucht erfolgreich

Dass sich die Bunkemühle zu einer top-Adresse der deutschen Milchproduktion entwickelt, war so aber nicht absehbar, denn obwohl zu Beginn des Jahres 1984 schon rund 100 Kühe im neu errichteten Kuhstall gemolken wurden, sind Derbovens nur 330.000 kg Milchquote zugewiesen worden. Der Kuhbestand musste somit über Nacht mehr als halbiert werden, denn bei Überschreitung der Quote musste eine Strafabgabe von 53.6 Pfennig pro Liter Milch (entsprach in etwa dem Milchgeld) gezahlt werden. Das Projekt Milch geriet damals fast ins Stocken – aber nur fast, denn Conny Derboven stieg kurzerhand in die Zucht ein, mit durchschlagendem Erfolg.

Auffällig ist das großzügige Platzangebot im Stall. (Bildquelle: Hilbk-Kortenbruck)

1987 gründete Derboven zusammen mit zwei Freunden aus Bayern die Züchtergemeinschaft Top Cow Syndicate. Die drei Züchter investierten innerhalb von drei Jahren eine halbe Million Euro in Embryonen (500 Embryonen aus Familien mit mindestens drei Generationen EX und hohen Leistungen), Derboven stellte die passenden Ammenmütter. Das Syndikat schaffte es schnell, sich in einen guten Ruf in der Zuchtsezene zu erarbeiten. „Damals haben wir mit unseren Tieren...


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