Forschung 

Metritis behandeln lohnt sich

Wer eine akute Gebärmutterentzündung unbehandelt lässt, riskiert Mindereinnahmen von bis zu 500 Euro durch Milchrückgang und mehr Remontierung.

Wissenschaftler aus den USA untersuchten, ob sich die antibiotische Therapie der akuten Gebärmutterentzündung medizinisch und v. a. wirtschaftlich lohnt. Daten von 875 Holstein-Milchkühen (506 Erstkalbinnen, 369 Mehrkalbskühe) aus einer Herde im Norden Floridas, wurden in die wirtschaftliche Analyse eingeschlossen.

Kühe, die bis zur zweiten Wochen nach dem Kalben mit stinkendem, rot-bräunlichem Vaginalausfluss erkannt wurden, kamen in die Metritis-Gruppe (MET). Kühe mit Ausfluss wurden nach dem Zufallsprinzip einer Therapie zugewiesen: Sie bekamen entweder ein antibiotisches Langzeitpräparat Ceftiofur (CEF, n = 239) an der Ohrbasis zweimal im Abstand von drei Tagen gespritzt oder blieben unbehandelt (UNT). Ceftiofur ist ein Reserveantibiotikum, das in Deutschland nur nach Resistenztest eingesetzt werden darf.  Verschlechterte sich der Zustand der Kühe im Verlauf, konnte eine Alternativtherapie durchgeführt werden. Eine Gruppe von gesunden Kühen (NMET; n = 403) aus der gleichen Herde wurde zufällig zum Vergleich mit der Therapiegruppe ausgewählt.

Ausgewertet wurden folgende Parameter: Milchleistung, Behandlungskosten bis zum 60. Laktationstag, Reproduktions- und Remontierungskosten, Fütterungskosten und Bruttogewinn pro Kuh.

Zehn Prozent mehr TU positiv

Ergebnisse der Modellrechnungen: Die antibiotische Behandlung führte zu höheren Behandlungskosten bis zum 60. Laktationstag (€ 95 vs. 31), führte aber zu einem größeren Anteil an trächtigen Kühen (71 vs. 61 %) und verringerten Abgängern (29 vs. 39 %) im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe (UNT). Der wirtschaftliche Gewinn war geringer für UNT als für gesunde Tiere (NMET) (€ 2.513 vs. 2.899), und CEF lag dazwischen (€ 2.724). Die Analyse zeigte, dass eine unbehandelte Metritis einen Verlust von 487 Euro verursacht.

Dieser entsteht vor allem durch den Milchrückgang (49 %) und die Remontierungskosten (24 %). Der Unterschied im wirtschaftlichen Gewinn zwischen der behandelten und der unbehandelten Metritis-Gruppe betrug 171 Euro. Die Verluste setzten sich aus weniger Milcherlös (82 %) und Kosten für die Metritis-Therapie (9 %) zusammen. Der mittlere Unterschied im Bruttogewinn zwischen der UNT- und der CEF-Gruppe war – Euro 211; Wiederbeschaffungskosten (41 %) und Kuhverkäufe (31 %) für den größten Teil der Variation.

Fazit: Metritis verursacht große wirtschaftliche Verluste, wenn sie unbehandelt bleibt. Die antibiotische Therapie mit einem Breitbandantibiotikum (CEF) reduzierte im Versuch die wirtschaftlichen Verluste durch Verbesserung der Fruchtbarkeitskennzahlen und den Rückgang der Remontierungskosten.

In zwei Kurzvorträgen erklärt Tierarzt Dr. Stefan Borchardt, worauf man bei der systematischen Untersuchung von Frischabkalbern achten muss.


Mehr zu dem Thema