Ukraine: Auswirkungen auf Milchproduktion bei Fliegeralarmen

„Zwischen den Fliegeralarmen arbeiten unsere Mitarbeiter weiter“, so Terra Food, eines der größten milchverarbeitenden Unternehmen in der Ukraine. Die Produktion würde seit Kriegsbeginn nicht stillstehen. Das Unternehmen fokussiere sich nun jedoch mehr darauf haltbare Milchprodukte herzustellen. 
So wie Terra Foods konnten bei weitem nicht alle Molkereien ihre Arbeit aufrecht erhalten. Insbesondere kurz nach Beginn des Krieges fuhren viele die Produktion herunter. 32 % der Unternehmen stoppten ihre Tätigkeiten vollständig. Mittlerweile hat sich die Zahl auf 17 % reduziert. Grund für den Stillstand waren häufig logistische Probleme, so der Presseservice des Agrarkomitees der Verkhovna Rada. 
Im April 2022 exportierte die Ukraine 5.630 Tonnen Milchprodukte, 21 % weniger als im April 2021. Das geht aus offiziellen Regierungsdaten hervor. Die russische Invasion hat auch die Milchimporte behindert. Im April 2022 importierte das Land 3.326 Tonnen Milchprodukte. Das sind 62 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Für 2022 wird in der Ukraine ein Rückgang der Milchmengen von 13- 16 % prognostiziert. Die inländische Nachfrage könne trotzdem weiterhin vollständig bedient werden. Auch weil aufgrund der vielen Flüchtlinge der Bedarf in der Ukraine um 18-20 % zurückgegangen sei, so die ukrainische Union der milchverarbeitenden Unternehmen. 
Quelle: dairyglobal.net

Die Folgen des Ukraine-Konfliktes treffen Milcherzeuger weltweit. Wir haben mit einem ukrainischen Milcherzeuger über die aktuelle Lage vor Ort gesprochen.