Getreidekonservierung

Getreide konservieren mit Natronlauge oder Futterharnstoff?

Klassisch ist die Konservierung von Futtergetreide durch Trocknen oder Säurezusatz. Daneben gibt es Verfahren, die aufwendiger sind, jedoch auch Zusatzeffekte mit sich bringen.

Die Konservierung von Futtergetreide für Milchkühe erfolgt in den meisten Fällen über das klassische Trocknen oder die kostengünstige Behandlung mit organischen Säuren (Propion-, Ameisen-, NC-Säureprodukte).

Einige Milchkuhhalter haben jedoch auch Geschmack an aufwendigeren Verfahren gefunden, die nicht als klassische Konservierung bezeichnet werden (dürfen), dass Getreide dennoch aber im Nebeneffekt haltbar machen. Das sind die Behandlung ganzer Getreidekörner mit Ätznatron (Natronlauge), das sogenannte Sodagrain-Verfahren; sowie die Behandlung von aufgeschlossenem Getreide (Schrot oder in Quetsche geschrotet) mit Futterharnstoff sowie einem Enzymzusatz, das sogenannte Maxammon-Verfahren.

Sodagrain – Getreide mit mehr pansenstabiler Stärke

Bei dem Sodagrain-Verfahren wird das ganze Getreidekorn mit Natronlauge behandelt. Der Mehlkörper bleibt damit als ganzer erhalten, dass Getreide wird allerdings durch den chemischen Umsetzungsprozess verändert: Das Gemisch aus (feuchtem) Getreide, Wasser und dem Ätznatron-Granulat erwärmt sich beim Durchmischen auf bis zu 70 °C. Als Produkt übrig bleibt, grob gesagt, ein gummiartiger, schalenloser Mehlkörper ("wie weiße Maden"), dessen Stärke zu einem größeren Teil pansenstabil geworden ist, und Natriumbikarbonat.

Bei Soda-Getreide aus Weizen sind nur noch etwa 55 % der Stärke im Pansen fermentierbar, bei klassischem Weizenschrot dagegen 89 % – entsprechend fallen also die Anteile an darmverfügbarer Stärke bei Sodagrain deutlich höher aus (ca. 41 % der Geamtstärke).
In Dänemark, wo verhältnismäßig wenig Körnermais verfügbar ist, wird das Sodagrain-Verfahren daher häufig angwendet, um pansenstabile Stärke in die zumeist noch grassilagebetonten Rationen zu bekommen. Oft wird es hier auch...


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