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Wasser in die TMR Digital Plus

Kompakt-TMR verringert Selektieren, ist aber für größere Betriebe arbeitswirtschaftlich kaum umsetzbar. Untersuchungen zeigen: Die Zugabe von Wasser in die Ration hat ähnliche Effekte! Kompakt-TMR hindert Kühe daran, das Futter zu selektieren (Elite 5/18). Allerdings muss die Mischreihenfolge genau eingehalten werden, das Kraftfutter über Nacht einweichen. Für größere Betriebe ist das kaum umzusetzen. Oft ist nur ein Mischwagen vorhanden (keine Zeit für langes Einweichen und Mischen). Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück haben untersucht, ob die Zugabe von Wasser auf die Ration den selben Einfluss auf die Futterselektion von Kühen hat wie über Nacht eingeweichtes Kraftfutter in der TMR. Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Fütterung von zwei homogenen Gruppen mit jeweils 150 hochleistenden, mehrlaktierenden Kühen auf einem Milchkuhbetrieb. Über zehn

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Kompakt-TMR verringert Selektieren, ist aber für größere Betriebe arbeitswirtschaftlich kaum umsetzbar. Untersuchungen zeigen: Die Zugabe von Wasser in die Ration hat ähnliche Effekte! Kompakt-TMR hindert Kühe daran, das Futter zu selektieren (Elite 5/18). Allerdings muss die Mischreihenfolge genau eingehalten werden, das Kraftfutter über Nacht einweichen. Für größere Betriebe ist das kaum umzusetzen. Oft ist nur ein Mischwagen vorhanden (keine Zeit für langes Einweichen und Mischen). Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück haben untersucht, ob die Zugabe von Wasser auf die Ration den selben Einfluss auf die Futterselektion von Kühen hat wie über Nacht eingeweichtes Kraftfutter in der TMR. Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Fütterung von zwei homogenen Gruppen mit jeweils 150 hochleistenden, mehrlaktierenden Kühen auf einem Milchkuhbetrieb. Über zehn Wochen bekamen die Kühe eine TMR aus einem Drittel Gras- und zu zwei Dritteln aus Maissilage mit 11,5 kg losen Partikeln (Rapsschrot, gemahlener Körnermais und Mineralfutter). In die Ration einer Gruppe wurde 7 l Wasser pro Kuh zugemischt, wodurch bei dieser Gruppe der TS-Gehalt um ca. 6% sank. Die TMR wurde einmal täglich gemischt, 5-mal täglich angeschoben und ad libitum gefüttert. Um das Selektionsverhalten der Kühe aufzudecken, wurde die Ration direkt nach der Futtervorlage sowie nach 7 und 13 Stunden an fünf Stellen auf dem Futtertisch mit der Schüttelbox untersucht. Zusätzlich wurden drei Mischproben der Futterreste erfasst und geschüttelt. Zudem wurden am 15. und 54. Tag die Milchleistung und -inhaltsstoffe bei der Milchkontrolle erfasst und bei zehn Tieren in jeder Gruppe ein Pansen-pH-Boli eingesetzt. Das Ergebnis: In der Gruppe mit Wasser in der TMR selektierten die Kühe signifikant weniger. Außerdem verringerten sich bei diesen Kühen die Schwankungen des Pansen-pHs. Die MLP-Daten zeigten, dass die Kühe in der Gruppe mit Wasser sowohl gleichmäßigere Milchinhaltsstoffe und tendenziell eine bessere Milchleistung als auch eine deutlich bessere Futtereffizienz hatten (Vermutung: bessere Faserverdaulichkeit durch höheren pH-Wert). Fazit: Auch ohne „echte“ Kompakt-TMR lässt sich das Selektieren weniger zeitaufwendig und kostenintensiv durch eine reine Wasserzugabe in der TMR verringern. Tipps für die Praxis Die Wasserzugabe sollte breit verteilt und hygienisch sein sowie schnell gehen. Eigenbaulösungen haben Nachteile. Für eine homogene Verteilung Wasser am besten vor dem Laden der letzten Komponente dosieren. Säuren oder saure Salze bieten in den heißen Sommermonaten Sicherheit gegen Nacherwärmung. Wer das Selektionsverhalten der Kühe abstellen möchte, sollte den TS-Gehalt auf +/-40% absenken. Wenn Sie am Futtertisch Tunnelfraß, Wühler, Futterwerfen oder Verdrängung anderer Kühe beobachten, erhöhen Sie die Wassermenge. Quelle: Fenske und Westendarp, 2018