Elite Dairy Tour 2020

Meisterhafter Meuteshof  Plus

Rund 370 Kühe, über 13.000 kg Milch im Herdenschnitt und aktuell acht lebende 100.000 kg-Kühe. Ein Besuch bei Familie Meutes ist in jeder Hinsicht empfehlenswert!

Seit 2005 haben bereits fast 50 Kühe die 100.000 kg-Marke geknackt. Die durchschnittliche Abgangssleistung liegt bei rund 51.500 kg, die Remontierungsrate bei 20%. Die hohen Lebensleistungen resultieren nicht nur auf gesunden Kühen, die alt werden, sondern auch auf der insgesamt hohen Milchleistung im Stall Meutes. Aktuell liegt der Herdenschnitt bei 13.471 kg Milch mit 3,44 % Eiweiß und 3,83 % Fett. Die Zellzahl beträgt rund 170.000 Zellen/ml Milch. 
Der Meuteshof in Rommersheim (Eifel): Ordnung und Struktur in allen Bereichen, moderne Stallungen inklusive Melkzentrum, beeindruckende Milchleistungen, schöne, gesunde und entspannte Kühe sowie eine Familie, die sich trotz voller Motivation keineswegs aus der Ruhe bringen lässt. Peter, Christian und Stefan Meutes haben uns gezeigt, wie man Kühe mit dem passenden Management, einer gewissen Ruhe gepaart mit Ehrgeiz und vor allem Leidenschaft auf diese Leistungen bringen kann. Und das fast ausschließlich mit Familien-Arbeitskräften. 
- 376 Kühe 
- 13.471 kg Milch 
- 320 Hektar 
- 4 Ak + Auszubildender 

Schrittweise gewachsen 

„Wir sind immer langsam gewachsen!“ – ein entscheidender Faktor in Augen von Betriebsleiter Peter Meutes. Denn nur mit stetigem, langsamen Wachstum erlernt man auch das Management größerer Herden richtig. 1974 wurde der erste Stall am Standort in Rommersheim für 50 Kühe erbaut. Nach mehreren Erweiterungen folgte in 2012/2013 mit dem neuen Boxenlaufstall und dem Melkzentrum dann der große Schritt auf heute rund 370 Milchkühe und 430 Kopf Jungvieh. Aufgestockt wurde immer ausschließlich mit eigener Nachzucht.
Seit 2000 an pendelte die Milchleistung auf dem Meuteshof immer zwischen 11.000 und 11.900 kg. Der Neubau hat schließlich noch einmal zu deutlich mehr Milch geführt. Gemolken wird zweimal täglich in einem 50er-Außenmelker Karussell. „Dreimaliges Melken könnte die Milchleistung sicher noch steigern und besonders den hochleistenden Färsen, die oft 50 kg Milch melken, guttun. Aber das ist allein mit Familien-Arbeitskräften nicht umsetzbar.“, erklärt Betriebsleiter Peter Meutes. 
Futter sowie Getreide wird auf rund 320 Hektar angebaut. Die gesamte Außenwirtschaft mit Ausnahme von Häckseln und Dreschen übernimmt die Familie selbst. Seit 2015 gehört zudem eine Biogasanlage mit zum Betrieb, die rein auf Gülle und Mist läuft.  

Jeder muss seinen Bereich haben

Den Meuteshof bewirtschaftet Familie Meutes mit einem Auszubildenden und einer zusätzliche Arbeitskraft, die rund drei Stunden täglich mitarbeitet. Zu den Familien-Arbeitskräften zählen neben Betriebsleiter Peter Meutes und seiner Frau Marina auch die Söhne Christian und Stefan. Christian arbeitet voll mit ihm Betrieb, während Stefan noch die Fachschule für Agrarwirtschaft besucht. Zusätzliche Arbeitskräfte zu finden, ist standortbedingt sehr schwierig, da zahlreiche Industrie-Unternehmen in der Umgebung ansässig sind. 
Bei der intensiven Zusammenarbeit in der Familie ist eine klare Einteilung der Arbeitsbereiche sehr wichtig. So ist Peter Meutes hauptsächlich für das Herdenmanagement zuständig, Christian für die Biogasanlage und Stefan für die Fütterung.  

Reproduktion auf Einzeltier-Basis

Im Kuhstall werden viele Entscheidungen auf Einzeltier-Basis getroffen, vor allem im Bereich Reproduktion. Die mittlere Zwischenkalbezeit liegt derzeit bei 416 Tagen, aber „die Zahl ist total unwichtig“, sagt Peter Meutes. Die freiwillige Wartezeit wird je nach Leistung Tier individuell bestimmt, vor allem Färsen wird mehr Zeit gegeben. Viel entscheidender ist ihm die Lebenstagsleistung, da diese Zahl maßgeblich über die Wirtschaftlichkeit bestimmt. Im letzten Jahr wurde eine Lebenstagsleistung von 22 kg Milch pro Kuh und Tag erreicht. 
Die Lebenstagsleistung ist für mich die wichtigste Zahl, weil sie über die Wirtschaftlichkeit entscheidet. 
Peter Meutes 
Die Brunst wird über eine Aktivitätsmessung (Pedometer bei Kühen, Halsband bei Jungrindern) erfasst, worauf sie nicht mehr verzichten möchten. Der Besamungsindex liegt bei 2,3 (Kühe) und 1,5 (Jungrinder). Peter Meutes besamt alle Tiere selbst und führt auch die Trächtigkeitsuntersuchungen durch. Das Erstkalbealter liegt bei 23 Monaten, weiter reduzieren möchten er das nicht. Alle Jungrinder und Kühe werden mit Holsteinbullen besamt. Um leichte Kalbeverläufe sicherzustellen, wird zum ersten Kalb in der Regel gesext besamt. 

Alle weiblichen Kälber werden genomisch typisiert.  (Bildquelle: Hagemann)

Zucht (aus Leidenschaft)! 

Die Zucht ist gleichzeitig Hobby und Beruf für Peter Meutes. Um selbst schöne Kühe zu melken und auch, um den Großteil der Färsen zu verkaufen, legt er nach wie vor viel Wert auf Exterieur. Gleichzeitig setzt er intensiv auf genomische Daten. Alle weiblichen Kälber werden im Rahmen von Kuhvision genomisch typisiert. Bei der Anpaarung setzt Peter Meutes zu 90% auf genomische Jungbullen mit einem Gesamtzuchtwert über 150 und einem Euter-Vererbung über 120. Zudem nutzt er das Bullenanpaarungsprogramm (BAP). 
Neben der Anpaarung dienen die Daten auch zur...


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