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Zuversicht im Süden

Mit Hochwald, der Bayerische Milchindustrie und der Schwarzwaldmilch haben diese Woche gleich drei Molkereien ihre Bilanzen präsentiert. Alle drei Unternehmen schauen zuversichtlich nach vorne.

Hochwald will auf Dauer überdurchschnittlich auszahlen

Die Molkerei Hochwald hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem leichten Umsatzplus von 0,7 Prozent abgeschlossen. Insgesamt hat das Unternehmen rund 1,54 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Eigenkapitalquote wurde auf 33,4 Prozent gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag 2018 mit 59,2 Mio. Euro um 10,9 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Insgesamt verarbeitete die Genossenschaftsmolkerei rund 2,24 Milliarden Kilogramm Milch, die Exportquote liegt aktuell bei 45,5 Prozent.

Ihren noch knapp 3000 Milchlieferanten hofft die Molkerei aus Thalfang dauerhaft einen überdurchschnittlichen Milchpreis auszahlen zu können. Ermöglicht werden soll dies durch Investitionen in eine neue Molkerei in Mechernich (NRW) dem MilchPlus-Nachaltigkeitsprogramm. Mithilfe eines Festpreismodells, das die Molkerei ihren Lieferanten anbietet, sollen diese in die Lage versetzt werden, der oftmals hohen Volatilität entgegenzuwirken. 2018 wurde den Milchlieferanten 34,5 Cent pro Kilogramm gezahlt; 0,6 Cent pro Kilogramm mehr als im Vorjahr.

BMI: Umsatz unter Vorjahresniveau

Die Bayerische Milchindustrie eG (BMI) musste im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatzrückgang verkraften - trotz Absatzwachstum in allen Sparten sowie höhere Erlöse bei Frischeprodukten. Die in diesen Segmenten erwirtschafteten Umsätze konnten die Verwertungslücken bei den konventionellen Molkenpulverderivaten und dem Standardkäse jedoch nicht gänzlich ausgleichen. Somit blieb der Umsatz mit 598 Mio. € um 2,4 % Prozent hinter dem Vorjahr (613 Mio. €) zurück. Auch die Exportquote fiel mit 44,2 % unter das Vorjahresniveau (46,8 %).

Die Standorte der BMI
Die BMI zahlte 2018 für Standardmilch (4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß) im Durchschnitt über alle Milchsorten 35,49 Cent je kg und bewegte sich damit eigenen Aussagen zufolge im bundesdeutschen Durchschnitt. Für Milch in Bioqualität zahlte das Unternehmen im Schnitt 49,59 Cent je kg Milch netto bei Standardinhaltsstoffen. Die Eigenkapitalquote beträgt 38,7 % bzw. 79,5 Mio. €.

Insgesamt erfasste die Genossenschaft von eigenen Liefergruppierungen 795,2 Mio. kg Rohmilch (2017: 702,6 Mio. kg) sowie 2,1 Mrd. kg Molkenrohstoffe. Damit nahm die Eigenmilchversorgung durch BMI-Mitglieder um 13,3 Prozent zu – sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquise von neuen Lieferanten. Im Gegenzug wurde der externe Zukauf von Roh- und Sekundärmilch um 59,7 Prozent deutlich zurückgefahren. Die Anlieferung von Bio-Rohmilch stieg um 41,8 Prozent auf 55,2 Mio. kg.

Schwarzwaldmilch mit Rekordanlieferung und Umsatz

Besonders stark, um 14 %, legten in 2018 die Bio-Produkte zu.

Die Schwarzwaldmilch hat 2018 einen Rekordumsatz von 195,4 Mio. Euro erzielt. Für das Plus von neun Prozent macht Andreas Schneider, Geschäftsführer der Schwarzwaldmilch-Gruppe, die Transformation zu mehr Wertschöpfung verantwortlich. Um den extremen Preisschwankungen des Milchmarktes zu begegnen, habe die Genossenschaftsmolkerei das Markengeschäft und weitere Wertschöpfungssegmente konsequent ausgebaut. Besonders stark legten die Bio-Produkte zu (plus 14 Prozent), die Schwarzwaldmilch-Linie verzeichnete 5,8 Prozent Umsatzwachstum und die Marke LAC mit lactosefreien Produkten 6,5 Prozent. Als Zugpferd unter den Neuheiten erwies sich die frische Bio-Heumilch. "Die Produktlinie hat mit rund zwei Mio. Liter unsere Absatzziele bei weitem übertroffen", erklärt Marketingleiterin Caroline von Ehrenstein.

Die Gesamt-Milchanlieferung ist von 229 Mio. kg im Jahr 2017 auf 255 Mio. kg gestiegen. 20 Mio. kg davon kommen von neuen Lieferanten. Die Milcherzeuger erhielten sowohl für konventionelle als auch für Biomilch einen überdurchschnittlichen Auszahlungspreis. Konventionelle Milch wurde mit 40,09 Cent pro kg, Bio-Milch mit 55,05 Cent pro kg vergütet.

Demnächst baut das Unternehmen eine Käsemanufaktur in Titisee-Neustadt. Hier sollen zukünftig (ab 2021) jährlich bis zu 1.200 Tonnen verschiedene Käse hergestellt werden.