Gesundheit

Vorbeugemaßnahmen gegen Weideparasiten

Weideparasiten können die Gesundheit der Rinder durch Magen-Darm- und Lungenentzündungen oder auch durch Blutarmut herabsetzten. Die Leistungsbereitschaft der Kühe reduziert sich dadurch.

Durch einen Wurmbefall im Magen-Darm-Trakt wird nicht nur die Schleimhaut schwer geschädigt, auch die Futteraufnahme und –verwertung verschlechtern sich und die Rinder magern zunehmend ab.

Grundsätzlich gilt: Das richtige Bekämpfungsprogramm sollte immer mit dem Tierarzt erstellt werden. Die lokalen Tierärzte wissen über die Problematik vor Ort am besten Bescheid und beraten gerne! Aber was kann der Tierhalter dazu beitragen, dass die Weideparasiten im Tier nicht überhand nehmen? Zunächst muss erst einmal geklärt werden, welche Weideparasiten das Hauptproblem in der Herde darstellen. Der Lungenwurm und der Rinderbandwurm sind zwei Weideparasiten die zwar namentlich bekannt sind, aber dennoch zunehmend in Vergessenheit geraten. Hier ein Überblick über beide Parasiten und wie man ihnen am besten vorbeugt:

Der Lungenwurm

Lungenwürmer lösen in den Atemwegen Entzündungen aus, die sich beim Tier ähnlich wie eine bakterielle oder virale Atemwegserkrankung äußert. Krankheitsanzeichen sind eine erhöhte Atemfrequenz, eine angestrengte Atmung und typischerweise ständiges Husten und Nasenausfluss.

Lungenwürmer zerstören den feinen Flimmersaum der Schleimhaut, der für die Lungenreinigung verantwortlich ist. Schleim, Erreger und sonstige Verunreinigungen können so nicht mehr aus den Atemwegen abtransportiert werden. Dies und eine Verdickung der Lungenbläschen führen zu verengten Atemwegen und zu stark vermindertem Gasaustausch bis hin zur Funktionslosigkeit der betroffenen Abschnitte.

Zur Vorbeuge ist es in den bekannten Lungenwurmgebieten angezeigt, die seit Jahren bekannte und effektive Behandlung via eines Trinkimpfstoffes durchzuführen. Die erste Impfung muss mindestens sechs Wochen vor dem ersten Weidegang eingeplant und nach weiteren vier Wochen wiederholt werden. Doch beim Einsatz von diesem Trinkimpfstoff werden oft Fehler gemacht. Hier die häufigsten:

  • Durch die zu hohen Aufbewahrungstemperaturen auf den landwirtschaftlichen Betrieben kommt es zu einem Wirkungsverlust.
  • Durch voreiliges Entwurmen vor der 2. Woche nach der zweiten Impfung werden die Impflarven abgetötet, bevor das Immunsystem einen Schutz aufbauen kann.
  • Durch das frühzeitige Verbringen der geimpften Tiere (früher als 14 Tage nach der zweiten Impfstoff-Verabreichung) sind die Tiere nur unzureichend geschützt.

Der Rinderbandwurm

Der Mensch ist der einzige Endwirt des Bandwurmes, der im Rind im Finnenstadium vorkommt. Weder der ausgewachsene Bandwurm beim Menschen, noch die Finnen beim Rind verursachen Krankheitssymptome. Nur ein sehr starker Befall des Rindes, die sogenannte generalisierte Cysticercose, kann zu Leistungseinbußen führen.

Gemäß der Verordnung des EVD über Hygiene beim Schlachten müssen alle Schlachtrinder auf Cysticercose getestet werden. Werden Finnen entdeckt, sehen die Vorschriften ein Tiefgefrieren des gesamten Schlachtkörpers vor. Bei einem massiven Befall wird der gesamte Schlachtkörper als genussuntauglich deklariert und als tierisches Nebenprodukt entsorgt. Obwohl nur 30 bis 50 % der infizierten Schlachttiere bei der Routine-Fleischkontrolle diagnostiziert werden, entstehen dadurch große Verluste für die Tierhalter.

Risikofaktoren sind größere Veranstaltungen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb oder auch Flächen in Naherholungsgebieten. Grenzen Futterflächen an Parkplätze, Sportanlagen oder ähnliches an, ist die Gefahr groß, dass Rinder mit Bandwurmeiern kontaminiert werden. Auch die Anwesenheit von überdurchschnittliche vielen Personen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb kann zur Gefahr werden. Zur Vorbeuge der Cysticercose bieten sich folgende Maßnahmen an:

  • Risikobehaftete Weiden und Futterflächen heuen und Heu mindestens 10 Wochen lagern (Bandwurmeier reagieren empfindlich auf Trockenheit)
  • Für Areale wie Strandbäder oder Picknickplätze bei der Gemeinde die Installation einer Toilette beantragen.
  • Bei Großanlässen mobile Toiletten aufstellen und Abwasser nicht auf die Weide ausbringen.
  • Neue Angestellte (inkl. Praktikanten) auf Bandwurmbefall testen.
  • Flächen möglichst nicht nutzten, die gelegentlich durch Vorfluter oder wegen Kanalisationsüberläufern überschwemmt werden.

Quelle: Dr. med. vet. Dirk Strabel (Rindergesundheitsdienst)

Der Befall mit Leberegeln kann an feuchten Weidestandorten einen Schaden von 2 kg Milch pro Kuh und Tag anrichten. Der Antikörper-Nachweis erkennt den Egelbefall.


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