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Mehr Biomilch und saisonale Preisabschläge

Im April wurde im bundesweiten Durchschnitt ein Bio-Milchpreis von 47,1 Cent pro kg Milch verzeichnet. Damit fiel der Preis etwas geringer aus als im Vormonat. Ursache dafür sind saisonal bedingt höhere Anlieferungen und damit übliche Preisabschläge.

Hintergrund für die im April um -0,4 Cent leicht zurückgegangen Preise für Biomilch ist, dass einige Bio-Molkereien die jährlichen Sommerabschläge vorgenommen haben, erklärt der Verband Bioland in seiner monatlichen Milchpreisauswertung. Diese Entwicklung ist gewöhnlich am Markt für Biomilch, da die Milchproduktionsmenge mit Beginn der Frischgrasfütterung und der Abkalbezeiten in vielen Biobetrieben saisonal steigt. Allerdings gab es vereinzelt auch Preiserhöhungen.

Mehr Milch, besonders nach EU-Bio-Standard

Die Zuwachsraten bei der Bio-Milchanlieferung in Deutschland sind zuletzt wieder gestiegen. Nachdem sie Anfang des Jahres 2019 noch bei +2,6% lagen, zeigte sich im März laut dem Verband wieder ein Plus von +6,5%. Die Zuwachsraten in 2019 liegen bis zu diesem Zeitpunkt aber deutlich niedriger als im Vorjahr: 2018 hatten die Mengen im Vergleich zu 2017 um +19% zugelegt.

Höhere Zuwächse verzeichnen derweil die Nachbarländer. So hat Frankreich in der Anlieferung in den ersten drei Monaten 2019 um +16% zugelegt. Im stark auf den Export angewiesenen Dänemark lagen die Zuwächse in den ersten drei Monaten 2019 bei knapp +10%.

Laut Bioland berichten Marktbeteiligte so im Umkehrschluss von großen Mengen, die im EU-Bio-Segment angeboten werden. Diese Milch stamme überwiegend aus Österreich und Dänemark. Die Kontraktabschlüsse bei den Handelsmarken mit EU-Bio-Milch standen daher zuletzt unter Druck, die Preise im Einzelhandel konnten dennoch stabil gehalten werden. Auch der Spotmarkt spiegelt diese Situation wider, besonders Bio-Magermilch sei schwer abzusetzen. Handelsmarken, die das Zeichen eines deutschen Bio-Verbands tragen, zeigen sich dagegen stabil.

Mehr Absatz - Discounter werben erfolgreich

Im Situationsbericht erklärt Bioland, dass sich der Absatz von Biomilch-Produkten im ersten Quartal 2019 deutlich erhöht hat. Die Kooperationen der deutschen Bio-Verbände mit dem Lebensmitteleinzelhandel (z.B. Bioland mit dem Discounter Lidl) haben den Bio-Milchlieferanten in Deutschland wachsenden Absatz gesichert. So hat die Nachfrage von Januar bis März bei Bio-Konsummilch laut den Auswertungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbh (AMI) um +10% zugelegt, ebenso bei Joghurt und Bio-Butter. Bio-Käse verzeichnete zuletzt Zuwächse in Höhe von +19,5%.

Mengenplanung bleibt wichtig für ein stabiles Preisniveau

So resümiert der Verband in seiner Preisauswertung, dass für die kommenden Monate die Mengenentwicklung wichtig bleiben wird. Molkereien und deren Lieferanten sind gefordert, bei der Mengenplanung eng zusammenzuarbeiten, um das Niveau des Milcherzeugerpreises weiter stabil erhalten zu können.

Quelle: © Bioland, www.biomilchpreise.de