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Der Trump-Effekt: US-Milcherzeuger müssen bangen! Digital Plus

US Dairyfarmer bangen aufgrund der von China und Mexiko auferlegten Einfuhrzölle auf amerikanische Milchprodukte. Mit ihren Rekordmengen an Lagerware und wegen der hohen Milchanlieferungen sind die Milchfarmer vom Export abhängig.

Die Lagerbestände an Milcherzeugnissen der Vereinigten Staaten von Amerika sind gigantisch, ebenso die Milchanlieferungsmengen – da kommen die von China und Mexiko auf bestimmte US-Milcherzeugnisse (insb. Käse) auferlegten Zölle sehr ungelegen! Zumal sich die heimische Nachfrage nach Milcherzeugnissen in den USA bereits seit Jahren rückläufig entwickelt. Die von Mexiko und China auferlegten "Vergeltungstarife" auf Milchprodukte bereiten der, auf den Export angewiesenen, US-Milchbranche jetzt entsprechend sehr große Sorgen, fasste das Newsportal The Cattle Site gestern (12. Juli 2018) zusammen.

Existenzen sind bedroht, Molkereien kündigen aufgrund von Übermengen kurzfristig, Milchkuhhalter begehen Suizid. Es ist davon die Rede, dass das Jahr 2018 als eines der schlimmsten in der Geschichte der US-Milchindustrie eingehen könnte. Als Ursache für die aus dem Ruder gelaufene Überproduktion sehen viele das hemmungslose Wachstum der Milchbranche in den vergangenen 30 Jahren. Die Handlungsweise des US-Präsidenten im von ihm angezettelten "Handelskrieg" verschlimmert die Situation massiv – dessen Ausmaße dürften sich jetzt auch seinen Wählerkreisen aus der US-Milchbranche erschließen.

"Handelskrieg" gefährde Existenzen von Dairyfarmern

Am 5. Juli 2018 haben China und Mexiko "als Vergeltung" für die von US-Präsident Trump verhängten Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium, Zölle auf die US-Exporte bestimmter Milcherzeugnisse verhängt. The Cattle Site erklärt, dass es sich dabei um Zölle auf Milcherzeugnis-Exporte im Wert von 986 Mio. US-$ handle – Käse im Wert von 408 Mio. $ für China und Milchprodukte im Wert von 578 Mio. $ für...

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Die Lagerbestände an Milcherzeugnissen der Vereinigten Staaten von Amerika sind gigantisch, ebenso die Milchanlieferungsmengen – da kommen die von China und Mexiko auf bestimmte US-Milcherzeugnisse (insb. Käse) auferlegten Zölle sehr ungelegen! Zumal sich die heimische Nachfrage nach Milcherzeugnissen in den USA bereits seit Jahren rückläufig entwickelt. Die von Mexiko und China auferlegten "Vergeltungstarife" auf Milchprodukte bereiten der, auf den Export angewiesenen, US-Milchbranche jetzt entsprechend sehr große Sorgen, fasste das Newsportal The Cattle Site gestern (12. Juli 2018) zusammen. Existenzen sind bedroht, Molkereien kündigen aufgrund von Übermengen kurzfristig, Milchkuhhalter begehen Suizid. Es ist davon die Rede, dass das Jahr 2018 als eines der schlimmsten in der Geschichte der US-Milchindustrie eingehen könnte. Als Ursache für die aus dem Ruder gelaufene Überproduktion sehen viele das hemmungslose Wachstum der Milchbranche in den vergangenen 30 Jahren. Die Handlungsweise des US-Präsidenten im von ihm angezettelten "Handelskrieg" verschlimmert die Situation massiv – dessen Ausmaße dürften sich jetzt auch seinen Wählerkreisen aus der US-Milchbranche erschließen. "Handelskrieg" gefährde Existenzen von Dairyfarmern Am 5. Juli 2018 haben China und Mexiko "als Vergeltung" für die von US-Präsident Trump verhängten Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium, Zölle auf die US-Exporte bestimmter Milcherzeugnisse verhängt. The Cattle Site erklärt, dass es sich dabei um Zölle auf Milcherzeugnis-Exporte im Wert von 986 Mio. US-$ handle – Käse im Wert von 408 Mio. $ für China und Milchprodukte im Wert von 578 Mio. $ für Mexiko. In 2017 beliefen sich die US-Exporte an Milcherzeugnissen insgesamt auf 5,5 Mrd. $ – 1,3 Mrd. $ davon seien allein im Handel mit Mexiko umgesetzt worden. Zusätzlich zu den bereits auferlegten Zöllen befürchten die US-Milcherzeuger jetzt auch noch, dass sie die Handelszugänge zu Kanada und Mexiko gänzlich verlieren könnten, wenn Präsident Trump seine Drohung, sich aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen (North American Free Trade Agreement) zurückzuziehen, tatsächlich wahr macht. Der Geschäftsführer der Käserei Sartori Co (Plymouth, Wisconsin), Jeff Schwager beschrieb gegenüber der New York Times, was verwehrte Handelszugänge zu Kanada und Mexiko für seine Milcherzeuger bedeuten würden: "Wenn die Exportmärkte geschlossen werden, dann sehe ich uns auf dem Moment zulaufen, dass wir unsere Milch auf den Feldern entsorgen müssen." "Und dieser Effekt würde sich wie eine Welle durch den gesamten Staat ziehen," so Schwager weiter. Wisconsin ist mit 8.500 Farmen der Bundesstaat mit den meisten Milchkuhbetrieben. Sartori verarbeitet Rohmilch von rund 100 Dairyfarmen zu Käsespezialitäten, u.a. "Parmesan" und Cheddar. Die EU-Exporteure können profitieren Bleiben wir beim Beispiel von oben, der Käserei Sartori: Deren zwei größten ausländischen Märkte sind Mexiko und Kanada – und dort ist amerikanischer Käse jetzt teuer. Der Preisanstieg reiche aus, dass die Kunden dort Kontrakte mit europäischen Käse-Anbietern abschließen würden, so der Geschäftsführer der Käserei. Auch die Marktanalysten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) erklären in ihrem wöchentlichen Milchmarktbericht (KW 27), dass "erfahrene" Händler und Hersteller von Milcherzeugnissen aus Europa aufgrund der von China verhängten Einfuhrzölle auf US-Milcherzeugnisse bereits intensiv damit beschäftigt sind, "die EU-Reichweite am globalen Milchmarkt" auszubauen. Börsenwerte abgestürzt; Prognosen nach unten korrigiert Die Notierungen für Milchprodukt-Future an den Warenterminbörsen haben sofort auf die erhöhten Einfuhrzölle reagiert. Nachdem China vergangene Woche die erhöhten Einfuhrzölle u.a. für Käse angekündigt hatte, sind die Preise für Käse auf das niedrigste Niveau seit 2009 abgestürzt, berichtete das The Wall Street Journal. Und die Käselagerbestände liegen auf einem Rekordniveau mit knapp 635 Mio. kg, kalt gelagert. Auch der Rohmilchmarkt bleibt nicht unbeschadet von den "Vergeltungstarifen". Der Durchschnittspreis für die von jetzt bis zum Jahresende gehandelte Class III-Milch schloss zuletzt an der Börse immer für unter 15 $ pro 100 Pounds ab. Noch nie in der Zeit des Class III-Kontrakthandels sei der Wert so gering gewesen, berichtet Milkbusiness.com am Dienstag (10.07.2018). Das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA hat jetzt die Prognosen für die Class III- und Class IV-Milchpreise für 2018 und 2019 heruntergestuft. So erwartet das Ministerium, dass in 2018 alle Milchpreise in einer Spanne von 15,95 $ bis 16,25 $ und in 2019 voraussichtlich zwischen 16,25 $ und 17,25 $ pro Hundredweight (ctw) liegen werden. Das entspricht ungefähr 13,72 € bis 13,97 € für 2018 bzw. 13,97 € bis 14,83 € pro 50 kg. Branchenexperten erklären, dass die tatsächlichen Auswirkungen des Handelsstreits sich erst in den offiziellen Statistiken zeigen werden. Die Leiterin der Wirtschaftsanalyse für die Western United Dairymen in Kalifornien, Annie AcMoody, wird im Artikel von The Cattle Site zitiert. Sie befürchtet, dass die neuen Zölle und die schwachen Märkte sicherlich dazu führen werden, dass einige Dairyfarmen und möglicherweise auch Milchverarbeiter "aus dem Geschäft verschwinden werden". Quellen: www.wsj.com, www.thecattlesite.com, www.ams.usda.gov, www.dairyherd.com, www.milkbusiness.com