So arbeiten Sie richtig mit den Daten!

Dr. Stefan Rensing, vit Verden, ist intensiv integriert in die Bereiche Herdentypisierung und Weiterentwicklung der Zuchtwertschätzung. Wir haben ihn nach Tipps im Umgang mit Herdentypisierung gefragt. 

Welche Tiere werden für die eigene Remontierung aufgezogen, welche nicht? Welches Tier wird für die weitere Zucht mit Holsteinbullen besamt, welches mit Fleischrasse-Bullen? Diese Fragen stellen sich immer wieder im täglichen Management. 
Die genomischen Zuchtwerte, sowohl auf weiblicher als auch auf männlicher Seite, sind die sicherste und objektivste Informationsquelle über die genetische Veranlagung der Rinder. Neben dem Gesamt-Zuchtwert (RZG) der Tiere, kann auch ein betriebsindividueller Gesamt-Zuchtwert definiert werden. Anhand dessen können die Tiere für die eigenen Ansprüche rangiert werden. Allgemein sollte die gesamte Arbeit mit der Genotypisierung auf das betriebliche, ökonomische Zuchtziel ausgerichtet werden. 
Die genomischen Zuchtwerte haben zwar keine Sicherheit von 100%, aber jede andere Informationsquelle ist unsicherer und weniger objektiv. 
Dr. Stefan Rensing, vit 
Herdentypisierung bedeutet, eine Menge Zahlen zu verwalten. Nur mit einer geordneten Dokumentation und aktuellen Daten, kann der volle Nutzen ausgeschöpft werden. Über das Webportal Netrind-Genom des vit können die Typisierungsdaten abgerufen werden. Dieses Portal steht allen Herdentypisierung-Nutzern automatisch zur Verfügung. Wer das Herdenmanagementprogramm HERDEplus nutzt, kann die Daten des vit direkt in das Programm einlesen und die Daten somit in dieser Software verwalten.
Um direkte Selektions- und Anpaarungsentscheidungen treffen zu können, müssen die Daten in jedem Fall schnell griffbereit sein,...