Geburtshilfe

So managen Sie die Abkalbung

Sowohl unsachgemäßes als auch unnötiges Eingreifen während der Kalbung kann schwere Folgen haben. Mit den folgenden 10 Punkten soll das verhindert werden.

1. Rechtzeitig in eine saubere Abkalbebox umstallen, deutlich bevor die ersten Geburtsanzeichen auftreten. Sind die Vorderbeine bereits sichtbar, hat die Geburt schon begonnen und ein Umstallen würde den normalen Geburtsverlauf unterbrechen.

2. Regelmäßig die Geburt überwachen, sobald deutliche Geburtsanzeichen festzustellen sind. Damit die Kuh nicht unnötig gestresst wird, sollte die Überwachung möglichst unauffällig erfolgen.

3. Dokumentieren Sie den Geburtsverlauf, vom Beginn an bis zum Ergebnis. So kann auch selbst bei einem Schichtwechsel jeder nachvollziehen, wie die Geburt bisher verlaufen ist und wie lange sie schon dauert. In großen Betrieben kann so die Geburtsüberwachung durch den Herdenmanager oder den Tierarzt kontrolliert werden.

4. Die Dauer einer normalen Geburt sollten Sie kennen. Vom Blasensprung bis zum Durchtreten des Kopfes sollten bei Kühen nicht mehr als ein bis drei Stunden und bei Färsen höchstens vier bis sechs Stunden vergehen (Aufweitungsphase). In der anschließenden Austreibungsphase sollten das Kalb nach 10 bis 15 Minuten geboren sein, nachdem der Kopf durch die Scham durchgetreten ist. Sobald diese Zeiten überschritten werden oder der Geburtsvorgang ins Stocken kommt, ist eine vaginale Untersuchung und ggf. Geburtshilfe notwendig. Da jede Untersuchung die Aufweitungsphase unterbricht, sollte nie ohne Grund untersucht werden. Denn so kann schnell aus einer normalen Geburt eine Schwergeburt werden. Außerdem stellt jede vaginale Untersuchung ein erhebliches Hygienerisiko dar.

5. Richtig und sauber untersuchen: Für die geburtshilfliche Untersuchung sollte die Kuh zunächst fixiert und ihr Schwanz ausgebunden werden. Anschließend sollte die Genitalregion gründlich mit Wasser und einer hautverträglichen Desinfektionslösung gereinigt werden. Reinigen...


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