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Pasteurisiertes Kolostrum: Geringerer Keimgehalt, bessere Absorption

Pasteurisiertes Kolostrum hat einen geringeren Keimgehalt, auch werden die in der Biestmilch enthaltenen Immunglobuline vom Kalb besser absorbiert als bei frischem Kolostrum. Dies ist das Resümee einer an der Pennsylvania State Universität durchgeführten Studie.

In einem Versuch wurde hochqualitatives Erstgemelk (über 50 g Immunoglobuline (IgG)/l Milch) gesammelt. Ein Teil davon wurde bei 60 °C über 30 Minuten erhitzt (pasteurisiert), der andere Teil blieb unbehandelt. Die pasteurisierte und die nicht pasteurisierte Biestmilch wurde anschließend auf Keime und dem IgG-Gehalt untersucht. Anschließend wurden je 20 neugeborene HF-Kälber mit pasteurisiertem Kolostrum oder mit unbehandeltem Kolostrum getränkt.Ein bis zwei Stunden nach der Geburt bekamen die Kälber 3,8 l/Kalb vom jeweiligen Kolostrum gedrencht. Zur  zweiten und dritten Mahlzeit erhielten alle Kälber pasteurisierte Vollmilch. Ab der vierten Mahlzeit wurde Milchaustauscher (20 % Protein, 20 % Fett) bis zur fünften Lebenswoche verfüttert. Blutproben wurden vor der ersten Mahlzeit, sowie 4, 8, 12, 16, 20, 24, und 48 Stunden nach der Verfütterung des Kolostrums bei den Kälbern gezogen. Der totale Gehalt an Protein im Serum, woraus die IgG-Absorption geschätzt werden kann, wurde mit einem Refraktometer gemessen. Die Futteraufnahme und das Gewicht wurden regelmäßig während der ersten acht Lebenswochen bei den Kälbern gemessen.

Ergebnisse:

  • Nach dem Pasteurisieren über 30 Minuten bei 60 °C konnten keine Unterschiede im IgG Gehalt zwischen dem pasteurisiertem und dem nicht pasteurisiertem Kolostrum festgestellt werden.
  • Die coliformen Keime, die nichtcoliformen Keime und die kougulase negativen Staphylokokken (KNS) reduzierten sich nach der Pasteurisierung (siehe Übersicht 1).

  • Kälbern, denen die pasteurisiertes Kolostrum getränkt wurde, hatten nach 8, 12, 16 und 20 Stunden eine höhere Konzentration an Totalem-Serum-Protein.
  • Vier Stunden nach der Kolostrumgabe, hatten Kälber, deren Kolostrum pasteurisiert war, eine höhere IgG-Serum-Konzentration. 24 bis 48 Stunden nach der ersten Mahlzeit, war diese sogar beinahe 20% höher als bei Kälbern, die normales Kolostrum bekamen, obwohl sich die IgG-Aufnahme durch das Kolostrum nicht unterschied (höhere Absorptionsrate) (siehe Übersicht 2).

  • Die scheinbare Absorption war nach 24 Stunden bei der pasteurisierten Biestmilch mit 33,2% höher als bei unbehandelten mit 27,7% (siehe Übersicht 3).

  • Allerdings wurde weder die Futteraufnahme noch das Wachstum durch die beiden unterschiedlichen Verfahren innerhalb der ersten acht Lebenswochen beeinflusst.
  • Auch der Gesundheitszustand war bei beiden Gruppen gleich.

Fazit: Die frühzeitige Gabe von hochwertigem, immunoglobulinreichem Kolostrum scheint nach dieser Studie das wichtigste für eine stressfreie Kälberaufzucht zu sein. Denn obwohl das pasteurisierte Kolostrum einen geringeren Keimgehalt und eine höhere Absorptionsrate aufwies, war die Futteraufnahme und der Gesundheitszustand gleich. Trotzdem, sind Haltungsbedingungen oder andere äußere Einflüsse suboptimal, könnte besser absorbiertes, keimarmes pasteurisiertes Kolostrum einen wichtigen Beitrag zur Kälbergesundheit leisten.