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Russland/Ukraine/Weißrussland: Weitere Handelseinschränkungen angedroht

Russland droht der Ukraine mit dem Ende der Zollfreiheit für Agrar- und Ernährungsgütern für den russischen Markt, falls das Land vorzeitig das geplante Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union aufnähme. Die Exporte einiger ukrainischer Produkte nach Russland sind jedoch schon länger aus angeblich technischen und veterinärrechtlichen Gründen stark eingeschränkt. Dazu gehört auch Käse. Nach Angaben der Ukrainischen Agrar-Konföderation (UAK) sind die Käseausfuhren nach Russland in den ersten sieben Monaten von 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 60 % auf 11.700 t gesunken. 

Die Ukraine konnte im gleichen Zeitraum allerdings auch den Verkauf anderer Molkereiprodukte auf dem russischen Markt zum Teil deutlich ausbauen. So wurden laut UAK mit gut 5.800 t fast 19 Mal mehr Butter und Milchfette ins Nachbarland ausgeführt als im Vergleichszeitraum von 2013. Zusätzlich konnten die Exporte von Kondensmilch und -rahm nach Russland um 15 % gesteigert werden.

Auch Weißrussland wird zunehmend unter Druck gesetzt

Der russische Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) hat jetzt auch Weißrussland gedroht, die Einfuhren von Molkereierzeugnissen zu beschränken.

Formell sei die Warnung aufgrund von erhöhten mikrobiellen Belastungen von Produkten weißrussischer Molkereien ausgesprochen worden. Experten vermuten jedoch, dass dahinter vor allem der Schutz der heimischen Produzenten steht. Denn kurz zuvor hatte sich der russische Milchproduzentenverband (Sojusmoloko) mit der Bitte an den Leiter des Regierungsausschusses für Monitoring der Lebensmittelmärkte gewandt, Menge, Qualität und Preise von aus Weißrussland stammenden Produkten strenger zu kontrollieren.

Laut des Sojusmoloko seien die Lieferungen von Molkereierzeugnissen aus Weißrussland merklich gestiegen. Einerseits kauften die Weißrussen Rohmilch in den EU-Ländern ein, in denen der Preis wegen des russischen Embargos zurückgegangen sei und böten dann Milchprodukte wie Käse und Butter billig in Russland an. Andererseits hätten weißrussische Hersteller ihre Exportpreise für Trockenmilch zu Lasten der russischen Verarbeiter bereits zwei Mal innerhalb der letzten zwei Monate angehoben.

Neben einer stärkeren Unterstützung russischer Produzenten, werde nun auch gefordert, die Voraussetzungen für Importe dieser Erzeugnisse aus der Schweiz, Serbien oder Südamerika zu schaffen. (AgE)