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Lactalis sieht kein Selbstverschulden im Salmonellenfall

Der französische Molkereikonzern Lactalis sieht bei der Salmonellenkontamination von Milchpulverprodukten, an denen Ende 2017 mehr als 40 Säuglinge erkrankt waren, kein eigenes Verschulden. Lactalis-Generaldirektor Emmanuel Besnier habe am vergangenen Donnerstag (7.6.) vor der Enquete-Kommission der Nationalversammlung erklärt, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Von Täuschung könne nicht die Rede sein. Trotz der 16.000 Kontrollen, die vor dem ersten Nachweis durchgeführt wurden, habe man nichts von Salmonellen in den Produkten gewusst. Es stelle sich allerdings die Frage, wieso bei erneuten Untersuchungen dann Erreger nachweisbar gewesen sein, so Besnier, der zugleich betonte, nicht die Laborunternehmen belasten zu wollen.

Für abschließende Antworten müsse man die Ergebnisse der Untersuchungskommission abwarten. Das im Mittelpunkt des Skandals stehende Lactalis-Werk in Craon habe unterdessen die Produktion unter strengen Auflagen wieder aufgenommen. Laut dem Pariser Landwirtschaftsministerium werde in der ersten Phase nach dem Neustart allerdings nur Milchpulver hergestellt, das zum Verzehr durch Erwachsene bestimmt ist.

Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch kritisierte die Wiederaufnahme der Produktion. Noch bevor die Aufklärung des Falles abgeschlossen sei, zeichne sich bereits ab, dass der Konzern billig davonkommen werde.

Quelle: AgE