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Aufschwung der Milchpreise hält an

Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis in der Europäischen Union könnte bis ins nächste Jahrzehnt hinein auf einem vergleichsweise hohem Niveau verharren. Agrarökonomen der Europäischen Kommission prognostizieren mit einer hohen Wahrscheinlichkeit Milchauszahlungspreise für den Zeitraum 2014 bis 2020, die sich zwischen 30 Cent/l und 40 Cent/l bewegen werden. Preisschwankungen seien dabei inbegriffen.

Den Grund für diese Entwicklung sehen die Analysten in einer weiterhin starken Weltmarktnachfrage nach Milchprodukten.Der Chefökonom der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Dr. Tassos Haniotis, erläuterte in der vergangenen Woche, dass vor allem der Hunger Chinas nach Milchpulver auf absehbare Zeit bestehen bleiben dürfte und er deswegen sogar davon ausgehe, dass die in jüngerer Zeit immer wieder befürchteten Preisschwankungen geringer ausfallen als bisher erwartet. Allerdings räumte der Chefökonom ein, dass auch die Produktionskosten relativ hoch bleiben dürften - vor allem aufgrund der hohen Energie-Preise.

Ausblick Milchmarkt 2014/2015

  • Für die nächsten Monate erwarten die Kommissionsexperten einen leichten Rückgang der Milchpreise, die sich jedoch nach wie vor auf einem relativ hohen Niveau bewegen sollen. Das Wachstum der Rohmilchanlieferungen an die Molkereien in den EU-Mitgliedstaaten dürfte sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch verlangsamen.
  • Für das Kalenderjahr 2014 wird eine Steigerung der EU-Milchmenge auf 145,3 Mio t erwartet; das wären 4 Mio t mehr als im Vorjahr.
  • Die Mehrproduktion dürfte vor allem in die Trocknung zu Magermilchpulver fließen; hier wird ein Plus von 10 % im Jahresvergleich vorhergesagt. Die Exporte von Magermilchpulver sollen um 27 % nach oben schnellen. Zu den Hauptabnehmern zählen neben China Algerien, Nigeria, der Mittlere Osten und Südostasien.
  • Auch die Märkte für Vollmilchpulver und Butter haben nach Ansicht der Analysten weiteres Entwicklungspotential.
  • Die europäische Käseproduktion soll 2014 um 1,6 % zulegen. Dabei sind die Exportaussichten etwas getrübt, weil Russland als einer der wichtigsten Bezieher seine Bestellungen zuletzt einschränkte; dass sich die Gesamtausfuhren im Zeitraum Januar bis April gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum dennoch um nur 1 % verringerten, war einer verstärkten Nachfrage aus arabischen Staaten zu verdanken.
  • Die EU-Joghurterzeugung dürfte in diesem Jahr leicht rückläufig sein; sie wird voraussichtlich um 0,5 % sinken.

(AgE)