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Milchprodukte nach neuen Abschlüssen deutlich günstiger

Der 1. Mai ist der Stichtag für neue Halbjahreslieferverträge zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel für Milchprodukte. Aldi Süd legt vor: Trinkmilch wird ab heute um 7 bis 9 Cent günstiger angeboten, Butter dagegen wird nochmal teurer.

Die Preisverhandlungen zwischen Molkereien und den Lebensmittelkonzernen für das Sommer-Halbjahr sind abgeschlossen. Das Ergebnis: In den Supermarktregalen zeichnet sich ein deutlicher Preisrückgang bei Trinkmilch ab.

Der Discounter Aldi Süd kündigte als erster an, seine Preise für den Liter frische Vollmilch in der untersten Klasse um 9 auf 69 Cent zu senken. Ein Liter fettarme Milch der Eigenmarke soll dann statt 68 nur noch 61 Cent kosten. Das entspricht einem Rückgang von 11,5 % bei Vollmilch und 10,3 % bei fettarmer Milch. Hier gelten die neuen Preise ab dem heutigen Donnerstag (03.05.2018).

Butter hingegen wird für die Kunden noch einmal teurer. Aldi Süd plant, den Preis für das 250-Gramm-Stück um 20 Cent auf 1,79 € zu erhöhen (+ 12,6 %).

Andere Supermarktketten äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Änderungen. Die von Aldi festgelegten Milchpreise gelten in der Regel aber als Orientierungswert, sodass viele bald nachziehen dürften.

Was hat die neue Preisbildung beeinflusst? Erklärungen seitens des MIV.

Für den hohen Butterpreis sorgte Björn Börgermann vom Milchindustrieverband (MIV) zufolge vor allem die starke Nachfrage nach Fett. "Der Fettgehalt in der Rohmilch ist Anfang des Jahres niedriger gewesen", erklärte er . Gleichzeitig sei viel davon für die Herstellung von fetthaltigerem Käse benötigt worden, "weil man da eine bessere Verwertung hatte". Hinzu komme die beginnende Spargelsaison, in der viel Butter gegessen wird.

Nach dem enormen Höchststand beim Butterpreis im September 2017 (1,99 € für das 250-g-Päckchen im Preiseinstiegs-Bereich), haben sich Preis und Nachfrage mit den Notierungen zuletzt wieder normalisiert.

Grund für den starken Rückgang beim Preis für Trinkmilch sei vor allem die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, so Börgermann. Allerdings: "Die weltweite Lage am Milchmarkt ist derzeit äußerst indifferent." Während die Milchmenge in Irland und Neuseeland jüngst unter dem Vorjahresniveau blieb, steigerten die USA als weiterer wichtiger Partner auf den internationalen Märkten die Produktion deutlich.

Welchen Einfluss kann das auf die Milcherzeuger-Auszahlungspreise haben?

Der Sprecher des Deutschen Milchviehverbands, Hans Foldenauer, sieht die Entwicklung aus den Preisverhandlungen kritisch: Es ist zu viel Milchmenge vorhanden und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen wieder gegenseitig unterboten. Zu einer klaren Verbesserung der Auszahlungspreise seitens der Molkereien an die Milcherzeuger werde es daher wohl nicht kommen. 

Dennoch dürften die aktuellen Preissenkungen für Trinkmilch nach Ansicht des BDM auch nicht zu weiteren Preissenkungen führen – insbesondere, da ja gleichzeitig Preissteigerungen bei Päckchenbutter von 20 Cent pro Stück realisiert werden konnten.

"Die Trinkmilchabschlüsse sind ein wichtiger Gradmesser der Milchmarktentwicklung und müssen daher als deutliche Warnung verstanden werden“, mahnt der neue BDM-Vorsitzende Stefan Mann an. Aktuell steigende Milchanlieferungen lassen auch den Marktdruck steigen. Wie sich die Marktlage weiterentwickelt, bliebt also mit erhöhter Aufmerksamkeit zu beobachten.

Quelle: dpa, BDM

Bearbeitet: Berkemeier