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Grünland: 7 Tipps für einen optimalen Saisonstart

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Der Winter hat dem Grünland einiges abverlangt. Wer meint, das wüchse sich alles schon zurecht, irrt gewaltig. Sorgen Sie rechtzeitig für eine hohe Qualität des Grünlandfutters. Wer jetzt ins Grünland investiert, sichert sich eine hohe Grundfutterqualität!

Tipp 1: Jetzt Striegeln!

Der nasse und kalte Winter hat dafür gesorgt, dass in vielen Beständen alte, abgestorbene, moderige Gräser vorhanden sind, welches ein optimales Millieu für Fusarien bietet. Zudem sorgt das alte Gras im Frühjahr für eine schlechte Schmackhaftigkeit des Weidefutters. Deshalb muss der Bestand frühzeitig von dem alten Gras entledigt werden. Bestes Mittel der Wahl zur Durchlüftung der Narbe ist der Striegel! Die Wiesenschleppe beseitigt nur die Maulwurfshaufen. Machen Sie sich keine Sorgen, falls der Bestand nach dem Striegeln schwarz aussieht. Der Striegel reißt lediglich die jährige Rispe sowie altes, abgestorbendes Gras (also minderwertiges Gras) heraus. Durch das Striegeln kommt Licht und Luft an die Narbe, der Boden erwärmt sich eher und die Vegetation wird angeregt. Um die jährige Rispe nachhaltig zu bekämpfen, sollten Sie zweimal striegeln.

Tipp 2: Unbedingt nachsäen!

Ist die Narbe lückig oder beschädigt, führen Sie unbedingt eine Nachsaat durch, damit Unkräuter keine Chance haben! Die Nachsaat kann mit dem Striegel oder in einem Extra-Arbeitsgang mit der Drillmaschine oder dem Düngerstreuer durchgeführt werden. Grundsätzlich reichen 5 kg/ha reines Dt. Weidelgras. Säen Sie lieber zweimal 5 kg nach, als einmal 10 kg! Der Nachsaaterfolg ist im Jahr der Maßnahme nicht immer sofort augenscheinlich. Dennoch belegen Versuchsergebnisse eine deutliche Verbesserung der Grundfutterqualitäten bei regelmäßigen Nachsaaten. Geringere Aschegehalte sowie höhere Rohprotein- und um 0,6 MJ NEL je kg TM höhere Energiegehalte sprechen neben einer dichteren Narbe zweifelsfrei für obligatorische Nachsaaten.

Tipp 3: Auf das Walzen verzichten!

Das Walzen ist nicht in jedem Jahr ein Muss! Es sollten nur lockere, hochgefrorene Böden oder Narben mit Tritt- und Fahrschäden gewalzt werden. Keinesfalls in nassen Jahren walzen!

Tipp 4: Gülle mit dem Schleppschuh ausbringen!

So werden die Verschmutzungen und Nitratgehalte des Futters gering gehalten, auch wird der Stickstoff so am besten ausgenutzt. Durch das Einschlitzen von Gülle wird die Narbe zu sehr beschädigt (Gefahr von Vogelmiere).

Tipp 5: Schwefel nicht vergessen!

40 kg S/ha zum ersten Schnitt! Schwefel sichert die Ausnutzung des Stickstoffs und sorgt für einen höheren Energiegehalt im Weidefutter. Aber Schwefel wäscht sich leicht aus. Zudem ist der Schwefel aus dem Boden erst bei höheren Temperaturen verfügbar.

Tipp 6: Keine Gülle auf Neueinsaaten!

Bei Neuansaaten auf die Gülledüngung verzichten. Die hohen Salzkonzentrationen der Gülle schaden dem jungen Wurzelwerk der Gräser.

Tipp 7: Tertaploide Sorten nutzen!

Achten Sie bei den Nachsaat-Mischungen darauf, geprüfte Gräser einzusetzen, die Rostresistenz, eine dichte, gute Narbe, hohe Erträge und hochwertiges, schmackhaftes Grundfutter (Zucker-, Energiegehalt) zusichern. Denn die Grundfutterleistungen können je nach Qualität des Saatgutes zwischen 300 und 5.000 l variieren! Eine Nachsaat sollte aus 40 bis 50 % mittleres und 50 bis 60 % spätes Deutsches Weidelgras bestehen. Insgesamt sollten 70 % des Saatgutes aus tetraploiden Sorten (Zuckergehalt, Schmackhaftigkeit) und aus 30 % diploiden Sorten (Narbendichte, Ausdauer der Gräser) bestehen.