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Genmais bekommt Zulassung

Eine Kreuzung gentechnisch veränderter Maissorten darf jetzt in die EU importiert werden. Die EU-Kommission erteilt die Genehmigung ohne Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten. Zudem soll der Anbau einer weiteren GV-Maissorte zugelassen werden.

Smartstax ist eine Kreuzung von mehreren bisher in der EU bereits genehmigten GV-Maissorten von Monsanto und Dow Agro Science (MON 89034 × 1507 × MON88017 × 59122). Der GV-Mais ist gegen zwei Herbizide resistent und bildet sechs verschiedene Bt-Insektengifte aus. In den USA wird Smartstax schon großflächig angebaut.

Noch im Juli verfehlte der gentechnisch veränderte Mais Smartstax im Berufungsausschuss die qualifizierte Mehrheit unter den EU-Mitgliedstaaten. Als Folge dieser Patt-Situation hat die EU-Kommission jetzt den Import und die Verarbeitung zu Lebens- und Futtermitteln im Alleingang zugelassen.

In der EU ist der GV-Mais weiter umstritten. Grüne Europaabgeordnete warnen vor dem Import. Nach ihrer Ansicht wurden mögliche Wechselwirkungen der verschiedenen Bt-Gifte unzureichend untersucht.

Auch GV Mais 1507 vor Zulassung

Ebenfalls in der Diskussion ist die Zulassung des Anbaus der GV-Maissorte 1507. Der Hersteller Pioneer hatte 2001 einen Antrag gestellt, der immer wieder verzögert wurde. Politisch heikel ist die Entscheidung für die EU-Kommission, weil es sich um den umstrittenen Anbau von GV-Mais handelt und nicht nur um den Import.

Das EU-Gericht forderte Ende September die Kommission auf, den Genehmigungsprozess ordnungsgemäß fortzusetzen. Die Europäische Lebensmittelbehörde hat zuvor in sechs verschiedenen Gutachten Risiken für die Umwelt und die Gesundheit ausgeschlossen. „Als Hüterin der EU-Verträge müssen wir uns an die Regeln halten“, betonte der EU-Verbraucherkommissar in Brüssel. Die EU-Kommission wird deshalb den EU-Umweltministern den GV-Mais zur Genehmigung vorlegen. Falls die EU-Umweltminister in ihrer Abstimmung kein eindeutiges Urteil abgeben, werde die Kommission den Mais 1507 auch ohne Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zulassen, erklärte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg.

Die EU-Kommission bietet den EU-Mitgliedstaaten erneut an, die Möglichkeit nationaler Anbauverbote zu erweitern. Die Reform der GVO-Zulassungsregeln ist schon länger in Brüssel in der Diskussion und wird von einigen großen EU-Mitgliedstaaten blockiert, unter anderem von Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

Quelle: agrarzeitung online