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Expansive Milchproduktion in EU und USA

In der EU und in den USA fließt die Milch so heftig wie schon lange nicht mehr. Selbst hohe Futterkosten und längere Dürreperioden scheinen die Milcherzeuger nicht vom Melken abzuhalten. Die stabil hohen Milchpreise animieren zum Melken.

Im Mai wurde laut der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) bei einer erfassten Milchmenge von rund 12,75 Mio. t die Vorjahreslinie in der Summe der Gemeinschaft um 1,2 % überschritten, nachdem in den ersten vier Monaten im Mittel noch 2,9 % mehr Milch an Molkereien geliefert wurde als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Ursache hierfür war im Wesentlichen die warme und trockene Witterung im Mai. Diese hat in den bedeutenden Erzeugerländern wie Frankreich, Irland und dem Vereinigten Königreich zu einem deutlich geringeren Wachstum geführt als noch in den Monaten zuvor. In den Niederlanden fiel die Milchanlieferung sogar wieder leicht geringer aus als im Vorjahr. In Deutschland bewegte sich dagegen der Vorsprung unverändert auf dem bereits im Vormonat reduzierten Niveau von 2,4 %. Von Januar bis Mai 2011 wurden EU-weit rund 58,8 Mio. t Milch an die Molkereien geliefert. Das waren 2,5 % mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

EU: Erneuter Anstieg der Milcherzeugerpreise

Nach Angaben der EU-Kommission lag der Milchpreis im Mai im Mittel der 27 Mitgliedstaaten bei 33,3 Ct/kg. Mit einem Anstieg zum Vormonat um 0,3 Cent wurde damit wieder das Preisniveau vom März erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Mai rund 4,6 Ct/kg ausgezahlt. Damit ist der Vorsprung erneut leicht zurückgegangen. Innerhalb der Mitgliedstaaten waren die Preisentwicklungen nach wie vor recht uneinheitlich. In den Mitgliedstaaten der EU-15 waren stabile bis feste Tendenzen vorherrschend, in den neuen Beitrittsländern war dagegen in der Summe ein leichter Preisrückgang zu verzeichnen.

USA auf Rekordkurs

In den USA ist das Milchaufkommen zum 17. Mal in Folge angestiegen. Laut Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA haben die Farmer in den 23 größten Milch-Bundesstaaten im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,4 % mehr Milch ermolken. Im Mittel aller 50 Bundesstaaten legte die Produktion um 1,1 % zu. Seit Januar 2010 steigt das Milchaufkommen in den USA kontinuierlich an. Allerdings fiel der Zuwachs im Juni mit 1,4 %  (Top-23-Staaten) moderat aus. In Texas (+ 10,3 %) und Colorado (6,8 %) wurde die größte Zunahme beobachtet. In Kalifornien, dem US-Milchland Nr.1, stieg das Rohstoffaufkommen um 3,4 %.

Auch in den kommenden Monaten dürfte – trotz erheblicher Dürreschäden im mittleren Westen und in weiten Teilen des Südens (siehe Elite Ausgabe 4/2011) das Milchaufkommen in den USA aber weiter ansteigen. Dafür sprechen die Zahlen der aktuellen Viehbestandserhebung. So ist die Anzahl der Milchkühe im vergangenen Monat um 11.000 gestiegen, im Vergleich zu Juni 2010 stehen 106.000 Kühe mehr in den Ställen der US-Milchfarmer. Aber auch die hohen Milchpreise dürften die Farmer dazu verleiten, auch weiterhin auf die Milch zu setzen. Im Juli werden die Molkereien voraussichtlich $ 21,00 (pro 45 kg, Class III price) ausschütten. Im Vorjahresmonat lag der Milchpreis bei $13,7.