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IFCN Dairy Conference

Der Milchpreis kann sich 2016 noch erholen

Auf der diesjährigen Dairy Conference des IFCN kamen die 70 Milchmarktexperten aus aller Welt zu dem Ergebnis, dass ab Mitte 2016 international die Nachfrage wieder das Angebot übersteigen wird. Je nachdem, wie schnell die aufgebauten Lagerbestände abgebaut werden, erholt sich dann auch bald der Milchpreis.

Zu dem hoffnungsvollen Ergebnis, dass eine Erholung der Milchpreise noch in 2016 möglich ist, kamen internationale Wissenschaftler und Analysten aus dem Bereich Agrar- und Milchwirtschaft während der diesjährigen IFCN Dairy Conference. Wann genau die Milchpreise steigen werden, hänge von der Steigerung der Nachfrage und der Entwicklung der Milchmenge ab. Das weltweite Milchangebot habe bereits jetzt auf die niedrigen Preise reagiert.

Die Experten erklären die Situation, die aufgrund des Quotenwegfalls auch noch „Neuland“ ist: Der Marktmechanismus lässt die nationalen Milchpreise den Preisen auf dem Weltmarkt folgen. Zudem erfolgt ein Verfall des lokalen Milchmarktpreises in offenen Märkten schneller als in regulierten Märkten. „Seit mehr als 14 Monaten sieht sich die Welt einer Krise auf dem Milchmarkt gegenüber, bei der die Agrar- und Milchwirtschaft 10% und mehr unter der durchschnittlichen Gewinnmarge liegt. Dies hat seine Ursprünge unter anderem in der Milchkrise 2012 und der Boomphase des Milchpreises 2013/2014“, so die zusammenfassende Antwort von Dr. Torsten Hemme, IFCN Geschäftsführer, auf die Frage, wie die Milchkrise entstehen konnte.

Mitte 2016 wird die Nachfrage international wieder das Angebot übersteigen

Die ca. 70 Milchmarktexperten des weltweit agierenden IFCN Researcher Networks aus über 40 Ländern diskutierten auch die Frage, wie der zukünftige Milchmarkt aussehen wird. Die IFCN Wissenschaftler kommen nach ihrer Analyse des weltweiten Milchangebots zu dem Ergebnis, dass das Angebot 2016 um 1,5% steigen wird. Dies ist um einiges niedriger als die Steigerung in 2015 (+1,8%) und 2014 (+3,2%).
Die Nachfrage nach Milch ist ebenfalls ein beeinflussender Faktor. IFCN schätzt die Nachfrage in 2015 auf 1,8 bis 2%. Dieses Wachstum ist geringer als das langjährige Mittel von 2,4 % pro Jahr im Zeitraum 2006 – 2015. Für das Jahr 2016 erwartet IFCN ein Nachfragewachstum für Milch von 2%.
Was bedeutet das für das Marktgleichgewicht? In den Jahren 2014 und 2015 überstieg das Milchangebot die Nachfrage und Milchreserven wurden aufgebaut. IFCN geht davon aus, dass für 2016 die Nachfrage nach Milch das Angebot von nun an jährlich übersteigen wird. Das war in den ersten fünf Monaten des Jahres nicht der Fall, wird aber für die zweite Jahreshälfte 2016 erwartet.

Die Milchpreisentwicklung hängt jetzt vom Lagerabbau ab

Und der Milchpreis? Dr. Torsten Hemme, Gründer des IFCN Dairy Researcher Networks, sagt zu den Milchpreisperspektiven: „Das hängt hauptsächlich von den Volumen der Lagerbeständen ab. Wenn diese Bestände für längere Zeit gehalten werden, kann sich der Milchpreis bis Ende 2016 deutlich erholen. Werden die Bestände schnell abgebaut, wird die Erholung des Milchpreises verzögert. Trotzdem ist eine Erhöhung des Milchpreises möglich“.

Zeit das es wieder aufwärts geht ... Verlauf des von der IFCN kombinierten weltweiten Milchpreise in den letzten 10 Jahren. Quelle: IFCN