Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Durchhalten ist angesagt!

EU-Kommission veröffentlicht Milchpreis-Prognose für Zeitraum 2015 bis 2025 - Eine deutliche Erholung ist erst nach 2020 zu erwarten.

Wenig Zuversicht bzw. nicht die erhofften guten Nachrichten sind derzeit aus Brüssel zu vernehmen. Die Preise für Milch hätten wenig Luft nach oben, ja sogar von einer Stagnation ist dort die Rede. Dies geht aus der Marktprognose hervor, welche die EU-Kommission diese Woche bei ihrer Outlook-Konferenz in Brüssel vorgelegt hat. Demnach werden die Milchpreise sich in den kommenden fünf Jahren nicht deutlich nach oben entwickeln.

Deutlich höhere Milchpreise von mehr als 35 Cent erwartet die EU-Kommission erst ab dem Jahr 2020.

Schuld daran ist der EU-Binnenmarkt, der einfach kaum noch wachsen will, es komme lediglich zu Verschiebungen innerhalb der Produktpalette. Gleichzeitig werde aber die Milcherzeugung in den kommenden Jahren um etwa 0,9 Prozent jährlich, bis auf 165 Mio. Tonnen in 2025 zulegen (2015: 152 Mio. t). Sprünge von 4,6 Prozent beim Rohstoffaufkommen, wie sie zum Ende der Quotenregelung zu beobachten waren, erwartet die EU-Kommission nicht mehr. Deshalb werde sich der durchschnittliche Milchpreis in der EU in den kommenden fünf Jahren zwischen 32 und 34 Cent/kg einpendeln, schätzt die EU-Kommission. Eine Erholung des globalen Milchmarktes und kräftig ansteigende Milchauszahlungspreise erwartet die EU-Kommission erst nach 2020. Erst danach sei auch wieder mit Auszahlungspreisen von über 35 Cent/kg zu rechnen.

Das Milchaufkommen in der EU dürfte in den kommenden um ca. 15 Mio. t ansteigen.

Für Deutschland rechnet die EU-Kommission mit einem moderaten Anstieg des Rohstoffaufkommens, das sich in etwa auf dem Niveau des EU-Durchschnitts bewegen dürfte. Gleiches gilt für Frankreich und Großbritannien. Deutlich mehr Milch als bisher dürfte in Irland, Dänemark und Polen gemolken werden, deutlich weniger als derzeit in den Skandinavischen Staaten und in Ungarn. In den übrigen Ländern wird die Milcherzeugung wohl nur in geringem Umfang zulegen. Grundsätzlich lässt sich aber prognostizieren, dass in den jetzigen (viehdichten) Milchhochburgen auch künftig kräftig weitergemolken wird.

EU gewinnt im Export gegenüber Neuseeland an Boden

Vielleicht ziehen die Milchpreise ja auch schon etwas früher an, vor dem Jahr 2025. Ausschließen möchte man dies in der EU-Zentrale in Brüssel nicht, für wahrscheinlich wird das Szenario aber auch nicht gehalten. Schließlich hängt die Entwicklung vom Weltmarkt ab. Nur wenn die Nachfrage auf den globalem deutlich anzieht, werden auch die Milchpreise wieder kräftig ansteigen. Sicher ist man in Brüssel jedoch,  dass die EU gegenüber den marktbeherrschenden Neuseeländern an Boden gewinnen werde, führte Helaine auf der Outlook Konferenz der EU-Kommission aus. Die Molkereien der EU könnten künftig vor allem mehr Butter, Milchpulver und Käse exportieren.

Das sei keine Perspektive, kritisierte Michel Nalet vom Europäischen Verband der Milchindustrie (EDA). Die Durststecke mit nicht mehr kostensenkenden Preisen für die Landwirte sei deutlich zu lang, weshalb man etwas unternehmen müsse. Nalet will vor allem Dumpingpreise im Lebensmittelhandel für Molkereiprodukte verhindern.