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Den Milchpreis nicht herunterreden!

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Der Milchmarkt kommt nach den stabilen Rahmenbedingungen im Vorjahr stärker in Bewegung. Molkereiexperten warnen jedoch davor, den Milchpreis herunter zu reden. Der LEH freue sich bereits über Stimmen aus der Landwirtschaft, welche die Preise kleinredeten, kritisiert der Milchindustrieverband.

Auch wenn die Milcherzeugerpreise in der EU im Februar laut dem vom niederländischen Bauernverband (LTO) errechneten Durchschnittspreis leicht zulegten, könnte der Milchpreis unter Druck geraten – zumindest aber den Höchststand erreicht haben. Aufgrund hoher Milchanlieferungen und nachgebender Preise für die meisten Milcherzeugnisse im März stufte die LTO den Markt schwächer ein. Dies dürfte früher oder später Konsequenzen für die Milchpreise haben.

Besorgnis über die weitere Preisentwicklung haben auch die jüngsten Preissenkungen für Butter von 1,19 auf 0,99 Euro im deutschen LEH sowie der starke Notierungsrückgang an der Global Dairy Trade (GDT) in Neuseeland ausgelöst. Dort standen die Preise für Lieferkontrakte von Standardmilcherzeugnissen zuletzt stark unter Druck: Innerhalb von zwei Monaten gab der Preisindex für alle Produkte um gut 18 Prozent nach.

Rabobank sagt Preisabschwung voraus

Auch die Rabobank sagt in ihrer jüngsten Analyse einen Preisabschwung am Weltmilchmarkt voraus. Im zweiten Halbjahr 2014 könnten die Preise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 bis 20 Prozent tiefer liegen, heißt es.

Die EU-Kommission beurteilt die Marktentwicklung hingegen stabiler. Die Milchpreise würden durch weiter zunehmende Exporte in diesem Jahr recht stabil auf hohem Niveau gesehen, so die Brüsseler Experten. Erst 2015 werde eine Abschwächung eintreten.

Ähnlich bewertete auch Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrieverbandes, die Lage. Er sieht aufgrund eines anhaltend starken Weltmarkts kein Szenario für Preissenkungen im Mai für die neuen Halbjahreskontrakte in der Weiße Linie. Der LEH freue sich bereits über Stimmen aus der Landwirtschaft, die den Milchpreis herunter redeten, kritisierte Engel kürzlich auf dem Berliner Milchforum.

Keine Preiseinbrüche zu erwarten

DMK-Geschäftsführer Sönke Voss erwartet aufgrund der aktuellen Marktlage "keine wirklichen Preiseinbrüche". Butter, Magermilch und Käse zeigen auf dem Weltmarkt seit Mitte 2012 insgesamt positive Tendenzen, sagte Voss auf einer Bezirksversammlung des DMK. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass das kräftige Mengenwachstum Preisreaktionen nach sich ziehen werde.

In der Branche ist jedenfalls aufgrund der schwächeren globalen Vorgaben Unruhe spürbar. Einige Hersteller äußern sich skeptisch zu den laufenden Kontraktverhandlungen mit dem LEH. "Es wird schwierig sein, die aktuell verhandelten Preise zu halten", sagte Schwarzwaldmilch-Chef Andreas Schneider auf der Bilanzpressekonferenz. Nach zuletzt drei Preisrunden in Folge, bei denen Erhöhungen durchgesetzt werden konnten, halten Marktteilnehmer einen Preisrückgang um 2 bis 3 Cent pro Liter für denkbar.

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