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Der Melkroboter zieht mit auf die Alp

AMS auf der Alp
Ein fahrbarer Spezialcontainer, Stromgenerator und Milchtank machen es möglich: Robotermelken auch während der Alp-Saison (Sömmerung).

Seit drei Jahren nimmt die Familie Betschart zusammen mit ihren 40 Milchkühen auch ihren Melkroboter über die Sommermonate mit auf die Alp. Das spart Umstellungsstress und Arbeitszeit.

Seit 2015 melkte die Familie Betschart (aus Muotathal, Schweiz) das erste Jahr und als Erste weltweit mit einem automatischen Melksystem auf einer Kuhalp. Mittlerweile ist es der dritte Alpsommer mit Melkroboter, berichtet das Agrarportal Schweizer Bauer.

Hintergrund dafür, dass Beat Betschart seinen Lely Astronaut A3 in einen fahrbaren maßgefertigten Container setzte, war, dass er es Leid gewesen sei, seine Kühe über die Alpzeit dreimal das Melksystem wechseln lassen zu müssen.

Im Talbetrieb molken sie in einem 3er-Tandem-Melkstand, auf der rund drei Wochen langen Voralp mit einer Absauganlage mit Selbstfangfressgitter und auf der Hauptalp mit einer Absauganlage mit Kettenanbindung. "Es dauerte jeweils zwei Wochen, bis die Kühe sich wieder an die Melkerei gewöhnt hatten", sagt Beat Betschart. Zudem spare er heute viel Arbeitszeit.

Ein ausgetüfteltes System

Mit dem Schlepper wird der 4,5 t schwere und 6,5 m lange Roboter-Container innerhalb von 30 Minuten von Standort zu Standort gezogen. Die Demontage dauert jeweils etwa 45 Minuten und das Aufstellen am neuen Standplatz 75 Minuten.

Die Stromversorgung an den mobilen Standorten liefert bislang ein Generator, doch ab dem nächsten Jahr sei es geplant für den AMS-Betrieb Solarzellen auf dem Dach der Alphütte zu installieren. Erst wenn eine Kuh einen am Roboter angebauten Bewegungsmelder auslöst, startet der Generator und damit die Melkanlage. Dank WLAN und einer 4-G-Antenne funktioniere auch die technische Betreuung tadellos.

Das Lockfutter rinnt aus zwei Kunststofffäsern auf dem Containerdach in den Trog des AMS. Von den nähergelegenen Weiden des 40 ha großen Alpgebiets suchen die Kühe den Roboter selbstständig auf. Sind sie weiter entfernt, treibt Beat Betschart sie morgens und abends zur Hütte. Die Milch fließt in den fahrbaren Milchtank, der gleichzeitig auch Transportwagen für die Anlieferung an die Alpkäserei ist.

Mehr Informationen sowie eine Bildergalerie mit Video finden Sie in dem Originalbericht auf schweizerbauer.ch

Quelle: Schweizer Bauer, 29.07.2017

Bearbeitet: Berkemeier

Schlagworte

Betschart, Melkroboter, Alp, Beat, Schweiz, Melksystem, Arbeitszeit, schweizerbauer, Roboter, Astronaut

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