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DMK rechnet mit sinkenden Milchpreisen

LKW erfasst Milch
Foto: DMK

Die größte deutsche Molkerei erwartet erneut eine angespannte Marktsituation bei den Milchbauern. Der Chef des Deutschen Milchkontors, Ingo Müller, geht davon aus, dass die Preise für Milch schon bald wieder sinken.

Die größte deutsche Molkerei rechnet für das kommende Jahr mit wieder sinkenden Milchpreisen. Die Milchbauern müssten sich nach dem zwischenzeitlichen Anstieg der Preise wieder auf eine angespanntere Marktsituation einstellen, sagte der Chef des Deutschen Milchkontors (DMK), Ingo Müller, dem Bremer "Weser-Kurier". „2018 wird deutlich schwerer sein als 2017. Denn die Preise werden nach unten gehen, das steht jetzt schon fest“.

Weiterhin äußerte sich Müller zu "strukturellen Problemen" des DMK:

Rund 1.000 von 8600 Landwirten hatten sich bis zum Sommer dazu entschlossen, die Mitgliedschaft im DMK zu kündigen. Dadurch geht eine riesige Menge Milch verloren. Wie kann das DMK den Ausfall kompensieren?

Ingo Müller
Ingo Müller, Chef des Deutschen Milchkontor (DMK) / Foto: DMK
 Müller: "Für das Jahr 2018 gibt es einen Rohstoffverlust von fast 450 Millionen Liter Milch, das ist Fakt. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, die Standorte in Rimbeck, Bad Bibra und Bergen zu schließen, in Nordhackstedt trifft es die Konfektionierung. … Aber wir müssen uns bei solch einem Milchverlust auf das Portfolio konzentrieren, das uns wertschöpfend einen Beitrag leistet."

Hat sich DMK zu weit von seinen Milcherzeugern entfernt?

Müller: "Wir haben in der Vergangenheit oft mit den niedrigsten Milchpreis innerhalb der Branche ausgezahlt, das ist natürlich erst mal nicht vertrauensstiftend. Selbstkritisch müssen wir sagen, dass wir in der Vergangenheit die Gründe dafür nicht genügend kommuniziert und auch die ein oder andere Gegenmaßnahme nicht schnell genug angegangen sind. Es ist mit Sicherheit Vertrauen verloren gegangen, das wir mit den Maßnahmen jetzt wieder aufbauen."

Wie kann es sein, dass das DMK, das von seinen Milcherzeugern abhängig ist, mit weit unter 40 Cent einen Milchpreis bezahlt hat, der nach Angaben der Milchbauern nicht  zum Überleben reicht?

Müller: "Wir sind eine Genossenschaft. Das bedeutet: Die Landwirte sind als Milcherzeuger gleichzeitig auch Eigentümer dieser Molkerei, sie legen also die Regeln fest. Würden wir einen Milchpreis zahlen, der nicht auf die jeweilige Marktsituation abgestimmt wäre, wäre das DMK natürlich kurze Zeit später insolvent – das bringt den Erzeugern überhaupt nichts."

Das komplette, mit dem Weser Kurier geführte Interwiev finden Sie hier

Schlagworte

DMK, Müller, Ingo, Chef, Marktsituation, Milchkontor, Milchpreis, sinkenden, Kurier, Weser

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